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Düsseldorf
GEW: So klappt die Inklusion nicht

Düsseldorf. Gewerkschaft fordert für den Unterricht Doppelbesetzung mit Lehrkräften. Von Detlev Hüwel

Die Integration der Flüchtlingskinder in das Schulsystem und fehlende Fachkräfte für die Inklusion sind laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die größten Probleme im Schulbereich. Das Land wolle keine neuen Vorbereitungsklassen für Kinder von Asylbewerbern schaffen, um Integrationsstellen zu sparen, sagte die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer unserer Redaktion. Zwar widerspreche Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) dieser Einschätzung, doch "warum hat sie dann den entsprechenden Erlass überarbeitet?", fragt Schäfer.

Für den Unterricht von Kindern mit Behinderungen sei eine Doppelbesetzung aus Regelschulkraft und einer Lehrkraft für Sonderpädagogik notwendig. Doch hier gebe es große Defizite, so die GEW, die zur reibungslosen schulischen Inklusion 7000 zusätzliche Kräfte fordert. Davon sei man in NRW aber weit entfernt. Die Sonderpädagogen kämen in der Regel nur an wenigen Stunden pro Woche in die Schule. "Das ist viel zu wenig. So kann Inklusion nicht gelingen", sagte Schäfer. Die Folge sei, dass viele Eltern ihre Kinder mit Handicap wieder zur Förderschule schickten. Nach einer Untersuchung im Auftrag der GEW haben 80 Prozent der Förderschulen solche Rückkehrer oder Abbrecher, vor allem aus den Grundschulen.

Die schnelle Rückkehr zum alten Abitur nach neun Jahren (G 9) oder eine Wahlmöglichkeit einzelner Schulen sind für die GEW keine Lösung. Sie verweist jedoch auf ihr Reformmodell, das sie schon beim Runden Tisch eingebracht hat. So müsse die Sekundarstufe I wieder die Klassen fünf bis zehn (bisher bis neun) umfassen; die Oberstufe müsse flexibel von zwei bis zu vier Jahren gestaltbar sein. Löhrmann hat wegen des wachsenden Drucks zur Rückkehr nach G 9 eine Neuauflage des Runden Tisches noch vor den Herbstferien angekündigt.

Quelle: RP
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