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Neuss
Großrazzia bei Stadtwerken Neuss

Neuss. Stadtwerke-Chef Heinz Runde steht unter Korruptionsverdacht. Von Andreas Gruhn

Bei den Stadtwerken Neuss hat es gestern erneut eine Großrazzia wegen Korruptionsverdachts gegeben. 80 Ermittler des Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft Wuppertal durchsuchten Büros, Geschäftsräume und Wohnungen in mehr als 20 Objekten und beschlagnahmten Datenträger und Schriftstücke. Betroffen waren unter anderem die Zentrale der Stadtwerke (SWN) sowie Unternehmen und Privathäuser in Neuss, Krefeld, im Kreis Heinsberg und im Kreis Wesel. Hauptbeschuldigter ist SWN-Geschäftsführer Heinz Runde (66). Die Ermittler werfen ihm Untreue und Korruption vor. Angeblich ließ sich Runde sein Wohnhaus von einem Bauunternehmen umbauen, hieß es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft. Im Gegenzug soll er der Firma Aufträge zugeschanzt haben. Außerdem stehen private Ausgaben von SWN-Verantwortlichen, die als betriebliche Ausgaben abgerechnet worden sein sollen, im Fokus der Ermittler.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es nach anonymen Hinweisen eine Durchsuchungsaktion gegeben. Parallel dazu hatten die Stadtwerke bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG eine Sonderprüfung in Auftrag gegeben. Dabei, so die Stadtwerke, hätten sich keine Anhaltspunkte für Manipulationen ergeben. Das sieht die Staatsanwaltschaft nun anders: "Neu gewonnene Erkenntnisse verstärken den Verdacht der Bestechlichkeit gegen den Hauptbeschuldigten", teilte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumer mit. Rundes Rechtsanwältin Anne Wehnert bestätigte die Durchsuchung im Privathaus: "Dort ist nicht ein Stück Papier mitgenommen und nichts sichergestellt worden. Das falsifiziert den Vorwurf." Heute informiert die Geschäftsleitung den Aufsichtsrat in einer Sondersitzung.

Neben den bisherigen Vorwürfen untersucht die Staatsanwaltschaft auch das SWN-Sponsoring des Neusser Bürgerschützenfestes. Es soll Zuwendungen ohne erkennbaren Nutzen für die Stadtwerke gegeben haben, so der Vorwurf.

Quelle: RP
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