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Düsseldorf
Hälfte aller Tierarten in NRW vom Aussterben bedroht

Düsseldorf. Das Umweltministerium in Düsseldorf schlägt Alarm: Der Anteil der bereits ausgestorbenen oder verschollenen Tier- und Pflanzenarten ist mit 8,2 Prozent in NRW so hoch wie nie zuvor. Auf der "Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW" würden 45 Prozent der beobachteten Arten als gefährdet geführt, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in Düsseldorf. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) forderte den Landtag auf, schnell "ein schlagkräftiges Landesnaturschutzgesetz auf den Weg zu bringen".

"Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen", warnte Minister Remmel. Der Artenverlust sei neben dem Klimawandel die größte Bedrohung für den Menschen. Besorgniserregend sei die zunehmende Gefährdung typischer Arten der Feldflur und bisher ungefährdeter "Allerweltsarten". So könnte der Kiebitz bis 2030 in NRW ausgestorben sein, betonte der Grünen-Politiker. Zu den in NRW in den letzten Jahrzehnten ausgestorbenen Arten zählen das Birkhuhn, der Stör und der Ackerkohl. Andere Tierarten wie Kreuzotter, Gelbbauchunke, Mopsfledermaus und Feldhamster drohten zu verschwinden, wenn nicht gegengesteuert werde.

Die Ursachen des Artensterbens in NRW seien häufig vom Menschen verursacht, hieß es weiter. Die Gründe lägen in intensiver Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, der Zerstörung und Zerschneidung naturnaher Lebensräume und dem fortschreitenden Flächenfraß. Allerdings gebe es auch positive Entwicklungen. So konnte dank einer aktiven Naturschutzpolitik bei einigen gefährdeten Arten eine weitere Verschlechterung des Bestandes verhindert werden.

(epd)
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