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Bonn
Häuser in Bonn nach Unwetter evakuiert

Bonn. In Bayern schlugen zwei Blitze in Wohnhäuser ein. Die Bundeswehr soll nun in Krisengebieten helfen.

Nordrhein-Westfalen ist am Wochenende erneut von schweren Unwettern getroffen worden. Vor allem im Süden des Landes sorgte die extreme Wetterlage für Überschwemmungen und zahlreiche Einsätze von Rettungskräften.

In Bonn waren am Samstag besonders die Stadtteile Bad Godesberg und Mehlem betroffen. Dort traten durch heftige Regenfälle mehrere Bäche über die Ufer, unter anderem der Mehlemer Bach. Zahlreiche Keller liefen voll, ganze Straßenzüge und Tiefgaragen standen unter Wasser. Die Stadt richtete einen Krisenstab ein. In Mehlem wurden acht Häuser mit 15 Bewohnern evakuiert, berichtete ein Stadtsprecher. Sechs der gesperrten Häuser wurden gestern für die Bewohner wieder freigegeben. Eine Straße wurde so stark unterspült, dass die Fahrbahn an einer Stelle einbrach. Die Feuerwehr musste zudem einen Autofahrer in Sicherheit bringen, der mit seinem Wagen auf einer überfluteten Straße feststeckte.

Die unterirdisch in Rohren unter Straßen fließenden Bäche hatten die Wassermassen nicht bewältigen können, sagte der Sprecher weiter. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) fielen am Samstag im Raum Ahrweiler/Bonn zwischenzeitlich 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter, wodurch die Einsatzkräfte dort besonders gefordert waren. "Von landesweit 30 Einsätzen wegen der Regenfälle hatten wir rund die Hälfte in Bonn", sagte ein Sprecher der Polizei. Insgesamt waren rund 700 Rettungskräfte im Einsatz.

Im an Bonn grenzenden Wachtberg waren durch die Überflutungen mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Teilweise konnten selbst die Einsatzkräfte nicht dorthin vorrücken. Im Ortsteil Pech brach eine Brücke zusammen. Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zum Samstag auch Köln getroffen. Die Feuerwehr rückte zu rund 200 Einsätzen aus. Helfer pumpten etliche vollgelaufene Keller leer.

Auch der Süden der Bundesrepublik hatte am Wochenende weiter mit schweren Unwettern zu kämpfen. Ein 12-Jähriger wurde auf einem Sportplatz in Baden-Württemberg vom Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt. Laut Polizei war während einer Veranstaltung auf dem Gelände ein Gewitter aufgezogen, woraufhin die Teilnehmer das Spielfeld verließen. Der Zwölfjährige blieb mit einem Freund auf dem Fußballplatz und wurde dort von einem Blitz getroffen. Der Junge kam lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus. Außer dem Kind seien noch 13 weitere Menschen leicht verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Im oberbayerischen Polling gab es gestern großflächige Überschwemmungen. Im unterfränkischen Steinmark schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und entfachte einen Brand. Vier Bewohner wurden bei der Flucht aus dem Gebäude leicht verletzt. Bei einem Wohnhausbrand nach einem Blitzeinschlag im niederbayerischen Kurort Bad Abbach entstand nur Sachschaden. Im niederbayerischen Krisengebiet um Simbach am Inn blieb es vergleichsweise ruhig. In den Hochwassergebieten in Niederbayern, wo die Flutwelle sieben Tote gefordert und nach Schätzungen des Landratsamtes mehr als eine Milliarde Euro Schaden verursacht hat, soll jetzt auch die Bundeswehr vermehrt helfen.

Zwischen Aachen und Lüttich stand wegen der Unwetter ein Eisenbahntunnel unter Wasser. Der regionale Bahnverkehr wurde deshalb am Sonntagabend eingestellt.

In der Paris entspannte sich die Hochwasserlage. Die Pegelstände der Seine sanken gestern langsam, die Behörden erwarten einen starken Rückgang zu Wochenbeginn.

(dpa/tsp)
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