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Heimat in Neuss
Auf Reise durch die Klimazonen der Stadt

Heimat in Neuss: Auf Reise durch die Klimazonen der Stadt
Das Tropenhaus steht im denkmalgeschützten Botanischen Garten in der Nähe der Innenstadt. Dort wachsen exotische Früchte wie Banane, Pfeffer und Vanille. Das Tropenhaus steht im denkmalgeschützten Botanischen Garten in der Nähe der Innenstadt. Dort wachsen exotische Früchte wie Banane, Pfeffer und Vanille. FOTO: Merlin Bartel
Neuss. In Neuss gibt es nicht nur das gemäßigte mitteleuropäische "Heimat-Klima" - von alpiner Kälte über Ibiza-Urlaubsgefühl bis hin zu tropischer Hitze können Bewohner und Besucher im gesamten Stadtgebiet viel entdecken. Von Merlin Bartel

51° 12' 15.108" N6° 41' 16.624" E - das ist Neuss. Hinter dem kryptischen Code verbergen sich die GPS-Koordinaten des Stadtzentrums. Damit liegt die Stadt in der sogenannten kühlgemäßigten Klimazone: Es gibt Frühling, Sommer, Herbst und Winter, doch keine übermäßige Hitze oder Kälte. Neuss bietet allerdings mindestens vier Klimazonen auf einmal: Sowohl alpine Temperaturen, subtropisches Ibiza-Feeling, Tropengefühle sowie das gemäßigte Heimat-Klima findet man über das Stadtgebiet verteilt.

Die Neusser Skihalle sticht durch ihre auffällige Architektur selbst Autofahrern in der Ferne ins Auge und ist ein touristisches Top-Ziel in der Region. Im Januar 2001 wurde die Halle auf dem ehemaligen Gelände der Mülldeponie Grefrath eröffnet und war damals die erste ihrer Art in Deutschland. Seitdem wird sie jährlich von rund einer Million Menschen besucht und versprüht alpines Flair am Rhein: Neben der Piste gibt es in der Halle unter anderem eine Rodelbahn und eine Eisstockarena. Zudem werden ganzjährig Skikurse angeboten. In den Sommermonaten wird das Angebot ergänzt durch einen Kletterpark, Almgolf und Fußball. Auch gastronomisch orientiert sich die Skihalle am Winter: In Biergarten und Pistenhütte wird österreichisches Essen wie auf der Salzburger Hochalm angeboten - und bei den Après-Ski-Partys wird zünftig gefeiert.

Der Markt in Neuss ist ein beliebter Anlaufpunkt und umgeben von touristischen Zielen: Mit St.-Quirinus-Münster, Rathaus, Hafen, Landestheater und Galopprennbahn sind gleich mehrere Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar. Vor allem im Frühling und Sommer sind die Restaurants und Cafés am Markt ein beliebter Treffpunkt; an warmen Tagen werden dort auch die Tische rausgestellt. Kinder und Erwachsene genießen dort die (ersten) Sonnenstrahlen des Jahres. Und selbst bei schlechtem Wetter gibt es am Markt eine Alternative: Die Geschäfte in den umliegenden Straßen - oder auch die Straßenbahn nach Düsseldorf.

Der Markt in Neuss ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und grenzt an den St. Quirinus-Münster. FOTO: Merlin Bartel

Wem die deutschen Temperaturen nicht hoch genug sind, der ist im angesagten Open-Air-Club Kiesgrube an der richtigen Adresse. Unter freiem Himmel gibt es dort elektronische Sounds und Ibiza-Urlaub-Atmosphäre. Das Konzept geht in diesem Jahr bereits in die 20. Saison. Zum Jubiläum wird mit einem hochkarätigen Line-up und internationalen DJs gefeiert. Durch die gute Lage am Dreieck Neuss-Süd lockt die Kiesgrube auch Partyfans aus Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach an und sogar bis nach Belgien, Luxemburg und in die Niederlande hat sich ihr Ruf herumgesprochen: Insgesamt 27.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zu zehn Veranstaltungen. Gefeiert wird in der Kiesgrube sonntags bei gutem Wetter. Das erschwert teilweise die Planung, sorgt aber durchweg für Urlaubsstimmung bei den Besuchern, die sich wie auf der Insel mit subtropischem Klima fühlen.

Alle, denen selbst die spanische Sonne noch nicht ausreicht, sind im Tropenhaus richtig aufgehoben. Zwischen bunten Blumen liegt es im Herzen des Botanischen Gartens. "Im Tropenhaus wachsen unter anderem Pfeffer, Vanille und Banane", erzählt Renate Tillmanns, Vorsitzende des Vereins Freunde und Förderer des Botanischen Gartens. "Die warm-feuchte Luft mit mindestens 30 Grad sorgt dafür, dass alle Pflanzen Früchte tragen." Das Pflanzenschauhaus wurde 1961 auf einem alten Bunker errichtet und im Jahr 2001 saniert. Der Garten liegt nahe des Zentrums und ist ein Ruhepol inmitten der Stadt. Seit 2015 steht er unter Denkmalschutz, da dort botanische Seltenheiten wie Fächer-ahorn, Blauglockenbaum oder Sumpfzypresse, die es bereits seit 125 Millionen Jahren gibt, wachsen. Außerdem befinden sich im Botanischen Garten ein Schulgarten und Voliéren mit farbenprächtigen Papageien und Kanarienvögeln sowie das mehr als 90 Jahre alte Palmenhaus.

In der Kiesgrube wird im Sommer gefeiert. FOTO: Katja Rupp
Quelle: NGZ
 
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