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Stadt Kempen
Auf Schusters Rappen und mit dem Rad auf Tour

Stadt Kempen: Auf Schusters Rappen und mit dem Rad auf Tour
Am Niederrheij gibt es viele tolle Strecken für Radfahrer, Jogger und Wanderer. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Stadt Kempen. Heimat zu erkunden, das hat sich der Verein Linker Niederrhein auf seine Fahnen geschrieben. Seit 85 Jahren lädt der Ortsverein Kempen zu Wanderungen und Radtouren ein. Von Bianca Treffer

Wenn Günter Rauer seinen Wanderspiegel aufschlägt, dann blickt der 87-Jährige auf Stempel ohne Ende. In dem grünen Heft, in dem das Mitglied des Vereins Linker Niederrhein, Ortsverein Kempen, die von ihm mitgemachten Wanderungen festhält, ist nämlich ein Stempel neben dem anderen zu sehen. "Solange meine Knie mitspielen, mache ich alle Wanderungen mit. Der Niederrhein ist wunderschön, und es macht einfach nur Spaß, in der Gruppe unterwegs zu sein. Die Touren sind bestens durchorganisiert und die Bewegung tut mir gut", sagt Rauer, der auf diesem Weg seit Jahren seine Heimat erkundet und sich damit an Goethes Aussage hält: "Nur wo du zu Fuß warst, bis du auch wirklich gewesen."

Ein Satz, den der Verein Linker Niederrhein mit Leben füllt. 83 Wanderungen gehörten allein im vergangenen Jahr zum Programm. 1146 Kilometer kamen zusammen, wobei 1886 Teilnehmer die unterschiedlichsten Wanderungen machten. Ob der klassische Spaziergang in und um Kempen, der mit rund fünf Kilometer zu Buche schlägt, oder Wanderstrecken bis zu Längen von 18 Kilometer, die unter anderem in den Happelter Wald, den Nationalpark De Meinweg oder durch die Felder und Wiesen rund um Kempen führen - für jeden Geschmack und jeden sportlichen Anspruch ist etwas dabei. "Wir haben aktuell 20 Wanderführer, die die entsprechenden Touren planen und natürlich auch vorab abgehen. Wenn es losgeht, hat der Wanderführer die Spitze und der Besen bildet den Abschluss, damit niemand verloren geht", informiert die stellvertretende Vorsitzende Irene Pohl.

Die Mitglieder treffen sich gern zum gemütlichen Plausch. FOTO: Kaiser Wolfgang

Eine klassische Frage, die so manches Schmunzeln auslöst, ist es daher bei jeder Tour, wer als Besen fungiert. Bei Wanderwartin Martha Kröckert laufen die Fäden zusammen. Aus den vielen einzelnen Touren der Wanderführer erstellt sie die Halbjahresprogramme, die Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder nutzen können.

Bei den Radtouren ist Gernot Feldmann der Mann federführend. Seione Angebote nicht minder vielfältig sind wie die Wanderungen. "Radfahren bieten wir allerdings nur in den Sommermonaten an. Es gibt zwei Touren pro Monat", informiert Feldmann. 19 Radwanderungen gab es im vergangenen Jahr. Die 349 Teilnehmer legten dabei 604 Kilometer auf den Drahteseln zurück. Ob nun aber zu Fuß oder mit dem Rad in der Heimat unterwegs, eins gehört immer dazu und das ist eine gemütliche Einkehr. "Wenn Kaffee und Kuchen nix waren, dann war die ganz Tour nix", meint Uli Stief mit einem Augenzwinkern. Er selber ist für das Angebot Bügeln beim Ortsverein Kempen zuständig. Eine Offerte, die es seit nunmehr zehn Jahren gibt. Am Schmeddersweg trifft man sich, um gemeinsam mit dem Rad zur Bügelbahn auf dem Gelände des Niederrheinischen Freilichtmuseums zu fahren. Bügel mit anschließendem Pfannkuchen-Essen kommt bestens an.

Durch diese Tür im Kuhtor geht es in die Räumlichkeiten des Vereins Linker Niederrhein. FOTO: wolfgang kaiser

Wer nicht mehr so gut zu Fuß oder dem Rad unterwegs ist kann beim Verein Linker Niederrhein auf das regelmäßige Kartenspielen zurückgreifen. Skat und Doppelkopf werden in der Geschäftsstelle am Kuhtor gespielt. Dazu kommen Ausflüge wie Draisine fahren, Floßtour auf der Niers oder Medienhafentour. "Wir lassen uns immer etwas einfallen. Unsere Heimat bietet so viel", betont Geschäftsführer Willi Irmer. Auch beim Wandern und Radfahren können die Teilnehmer immer wieder neue Ecken entdecken, weil diejenigen, die die Touren ausarbeiten mit viele Freude bei der Arbeit sind und selber Spaß daran haben, Neues zu erkunden. "Der Niederrhein ist herrlich flach. Selbst lange Wanderungen sind nicht anstrengend, weil wir keine Steigungen haben. Es macht einfach Freude, hier unterwegs zu sein", bemerkt Annie Wüsten. Mit Muße die Landschaft erkunden, sich nicht um den Weg kümmern müssen, in sich gehen und genießen oder doch lieber mit den anderen Teilnehmern erzählen, in der Gruppe unterwegs zu sein und die Heimat zu erkunden ist ein schönes Erlebnis. Wer Spaß an den Aufgaben eines Wanderführers hat, kann sich an den Vorstand wenden.

Quelle: RP
 
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