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Heimat in Dormagen
Dormagener mit Heimat-Sammel-Gen

Heimat in Dormagen: Dormagener mit Heimat-Sammel-Gen
Detlef Richter sammelt alte Postkarten über und aus Dormagen, so hat er zwei ungewöhnliche Leporellos mit Ansichten aus Zons. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Der Hobby-Fotograf Detlef Richter sammelt seit Jahrzehnten Postkarten mit Motiven aus Dormagen. Zudem stellt er neue Karten aus den alten Ansichten zusammen. "Ich bin positiv heimatverrückt", sagt der 65-Jährige. Von Carina Wernig

Alte Ansichten von der Zuckerfabrik bis zum historischen Rheinverlauf - kaum ein Motiv aus und über Dormagen, das sich nicht in der umfangreichen Sammlung von Detlef Richter finden lässt. Der 65 Jahre alte Dormagener hat das Heimat-Sammel-Gen, wie seine Frau Marianne (61) bestätigt: "Mein Mann ist immer schon ein absoluter Jäger und Sammler gewesen." So durchstöbert er regelmäßig Trödelmärkte und Online-Auktionshäuser nach historischen Postkarten aus Dormagen. "Ich bin immer auf der Suche nach mir unbekannten Motiven, um meine Sammlung zu vervollständigen", erklärt Detlef Richter, der sich selbst als "positiv heimatverrückt" bezeichnet.

Denn ursprünglich stammt er gar nicht aus Dormagen, "noch nicht einmal aus dem Rheinland", wie er schmunzelnd zugibt. Der gebürtige Berliner ist in Wanne-Eickel groß geworden und 1975 der Liebe wegen mit seiner Marianne, die ebenfalls gebürtige Berlinerin ist und in Duisburg lebte, erst nach Neuss und dann nach Dormagen gezogen. "Ich lebe seit 40 Jahren hier in Dormagen und fühle mich hier wohl, daher ist das für mich meine Heimat", erklärt Detlef Richter, der sich ebenso wie seine Frau gern für diese Heimat einsetzt, ob mit Spenden, Käufen für den Lions-Wunschbaum, ehrenamtlicher Arbeit oder Unterstützungs-Fotos für Bands.

Schließlich ist Musik ebenfalls eine Leidenschaft, was sofort auffällt, wenn Besucher in das kombinierte "Arbeits-Ess"-Zimmer treten, in dem Detlef Richter seine Sammlungen aufbewahrt - im großen Schrank stehen Ordner mit den Postkarten - allein über 500 mit Dormagener Motiven -, an der Wand hängen besondere Schallplatten-Cover und Autogramme, auch von Christine Westermann, Chris Howland, Axel Prahl und Götz George, die er selbst getroffen und um die Unterschrift gebeten hatte. Riesen-Fan ist Richter von der Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef, von der er sämtliche verfügbaren Platten besitzt - und über die er bereits mehrere Ausstellungen präsentiert hat. Er besitzt auch zahlreiche Autogramme von ihr, so ist ein handgeschriebener Brief "der Knef" an den "sehr geehrten Herrn Richter" zusammen mit Autogrammfoto, Cover und Filmprogrammheft im Wechselrahmen als Blickfang auf der Tapete drapiert, gleich neben einem Beatles- und einem "Deep Purple"-Plakat. "Angefangen hat die Sammelleidenschaft mit Ersttagsbriefen", erinnert er sich. Daraus wurden Karten.

Die Postkarten über Dormagen-Mitte füllen einen Ordner, die aus den anderen Stadtteilen einen weiteren - vor allem Zons ist gut vertreten. Als ältestes Exemplar hat er eine Dormagener-Karte von 1898 ergattert: "Für 30 Euro bei Ebay gekauft", erklärt er zur gut erhaltenen Karte. "Lithographien mag ich am liebsten", sagt Richter.

Aus den Dormagener Postkarten-Motiven und eigenen Fotos gestaltet Richter eigene Postkarten - 45 neue Karten hat er so hergestellt, die in der Mayerschen Buchhandlung zu kaufen sind. Im Haus Piwipp sind eigens für Familie Siepen gestaltete Karten zu erwerben. Auch auf dem Michaelismarkt ist Richter meist mit einem Stand vertreten.

Seit 1966 lebt Marianne Richter in Dormagen, damals zog sie mit ihren Eltern zur Straße Am Rath nach Horrem. Im "ersten Urlaub ohne Eltern" traf sie Detlef Richter in Oberstdorf, darauf zog der gelernte Bäcker nach Norf, bevor das Paar nach der Hochzeit 1975 zum Eichenweg zog, inzwischen lebt es an der Dürerstraße. Detlef Richter sattelte um: Als Chemie-Schichtarbeiter bei Dralon war er lange Jahre im Bayerwerk tätig. Seit zehn Jahren Mitbewohner bei den Richters fühlt sich Hannibal, die Schildkröte, sehr wohl an der Dürerstraße - er scheint die Sammelleidenschaft seines Herrchens zu respektieren: Er verschont die Postkarten und schnappt lieber nach Salat...

Quelle: NGZ
 
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