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Leverkusen/Langenfeld
Was Angler in der Region schätzen

Leverkusen/Langenfeld: Was Angler in der Region schätzen
Heinz-Dieter Wilberts (53) angelt sowohl in der Wupper (Foto) als auch in den Seen, die der Angelsportverein Opladen gepachtet hat. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen/Langenfeld. Zahlreiche Flüsse, Bäche und Seen laden Angler in der Region zum Verweilen ein. Diese schätzen die Ruhe und Natur. Von Tobias Falke und Susanne Genath

Das Wichtigste vorweg: Quatschen ist beim Angeln durchaus erlaubt. "Es gibt Fischarten, bei denen ist es kein Problem, wenn man redet", sagt Heinz-Dieter Wilberts. "Und wenn mehrere Angler auf einer Bank sitzen, unterhalten sie sich auch zwischendurch. Aber vielleicht erzählt da der ein oder andere Mann seiner Frau etwas anderes, damit sie nicht mitkommt", ergänzt der 53-Jährige und schmunzelt. Wilberts muss es wissen, denn er ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Angelsportvereins Opladen 1948 (ASV) und angelt seit seiner Kindheit in und um Leverkusen. Anfangs mit Stock, Faden und Wurm, mittlerweile hat der Opladener rund 30 Ruten und Rollen im Keller. "Wenn ich angeln gehe, nehme ich meist sechs mit, auch wenn ich dann nur eine brauche."

Wilberts hat - wie seine Vereinskollegen - mehrere Gewässer zur Auswahl. Geangelt werden kann im Wiembachteich in Opladen, im Ophovener Weiher in Steinbüchel, im Andreas-Wolfgang-Gewässer - einem ehemaligen Baggersee - in Langenfeld-Richrath, im Silbersee, in der unteren Wupper und im Wiembach/Ölbach. Und was da so anbeißt, ist höchst unterschiedlich. Von Karpfen, Hecht, Zander, Buttauge, Barsch, Forelle und Lachs ist alles dabei.

Wilberts, der von seinen Freunden Charly genannt wird, wirft seine Köder - ob Wurm, Made oder Kunstköder aus Gummi oder Silikon - am liebsten in den See in Langenfeld. "Der ist umzäunt, hat zwei Stege, klares Wasser, und man ist ungestört." Denn an öffentlichen Gewässern seien Angler häufig Beschimpfungen ausgesetzt. "Insbesondere jüngere Passanten rufen uns gerne ,Tierquäler' zu", berichtet der Opladener.

Dabei sei dieser Vorwurf falsch. "Angler achten ja eben darauf, keinen Fisch zu quälen", erklärt er. Daher werfe er kein Tier, das er am Haken hatte, wieder zurück ins Wasser - außer, es steht kurz vor dem Laichen. "Angler sind gehalten, ihren Fang auch zu essen", sagt Wilberts. Bevor der Fisch in der Pfanne lande, werde er kurz betäubt, erhalte einen Stich ins Herz, werde entschuppt und filetiert. "Dann wird er nur kurz mit wenig Hitze gebraten. Salz und Pfeffer reichen."

Wilberts liebt am Angeln die Ruhe und die Natur. Der frühe Morgen sei eine gute Zeit dafür. "Sonnenstrahlen können Fische durch die Spiegelung im Wasser verscheuchen", erklärt er. Bei bewölktem Himmel könne man dagegen auch etwas länger schlafen. Dann stünden die Erfolgschancen den ganzen Tag gut. Bis etwas anbeißt, können allerdings einige Stunden vergehen. "Raubfische fängt man morgens oder abends. Bei Karpfen sitzt man den ganzen Tag", sagt der 53-Jährige. Sein größter Fang war ein 70 Kilo schwerer und rund 1,95 Meter langer Wels. "Das war aber nicht hier, sondern in Spanien", berichtet Wilberts. Doch auch in Leverkusen oder Langenfeld seien die größeren Fänge häufig Welse.

Einfach die Angel ins Wasser halten, wie er es als Kind im Rehbock-Park gemacht hat, ist jedoch nicht erlaubt. "Man braucht einen Angelschein und muss dafür die Fischerprüfung ablegen." Zwei bis drei Monate dauere die Vorbereitung darauf. "Man kann das zwar online machen. Ich empfehle aber das Lernen in einer kleinen Gruppe mit einem Angellehrer." Um das Erlernte dann zu Praktizieren, ist die Mitgliedschaft in einem Angelverein nötig, der bestimmte Gewässer gepachtet hat. "Wenn ich fremde Leute an unseren Seen sehe, spreche ich sie an", berichtet Wilberts. "Wer keine Erlaubnis vorweisen kann, wird des Platzes verwiesen."

153 Mitglieder hat der Angelsportverein in Opladen. Zwei davon sind Frauen. "Wir sind aber grundsätzlich offen für Männer und Frauen", versichert der Vorsitzende.

Quelle: RP
 
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