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Neuss
Heimkinder-Tests: Neusser Firma forscht in Archiven

Neuss. Nachdem die Pharmazeutin Sylvia Wagner in ihrer Doktorarbeit zu dem Schluss gekommen ist, dass zwischen 1950 und 1970 offenbar rund 50 Kliniken Medikamententests an Heimkindern für eine Studie durchgeführt haben, kündigt das Neusser Pharmazieunternehmen Janssen Nachforschungen an. Wagner bezieht sich in ihrer Arbeit auf eine Publikation von 1971; darin wird erwähnt, dass Janssen damals das Medikament Dipiperon für eine Studie in einer Einrichtung des Landschaftsverbands Rheinland in Viersen zur Verfügung gestellt und bei der statistischen Auswertung der Daten geholfen haben soll.

Ein Unternehmenssprecher teilte gestern mit, in den Unternehmensarchiven gebe es keine Informationen dazu. "Wir nehmen das Thema sehr ernst und werden weitere Recherchen veranlassen", erklärt er. Auch an Essener Heimkindern sollen Ende der 50er Jahre Medikamente getestet worden sein. Das berichten das ARD-Magazin "Fakt" und der WDR. Demnach hatten damals 28 Kinder im katholischen Franz-Sales-Haus das beruhigende Neuroleptikum Decentan bekommen.

(csh/abu)
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