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Moers
HIV-Kind: Gemeinde wehrt sich gegen Vorwürfe

Moers. Keine Diskriminierung, sondern Konsequenz aus Unklarheiten über die Medikamentenvergabe: So sieht die Moerser Gemeinde St. Martinus den Fall des zehnjährigen Marcel (Name geändert), der von einer Ameland-Ferienfreizeit zurück nach Hause gebracht wurde. Gestern bezog der Gemeindevorstand um Pfarrer Henrich Bösing Stellung zu Vorwürfen, die die Mutter des HIV-positiven Jungen und die Aidshilfe Duisburg/Kreis Wesel erhoben hatten.

Nach Angaben von Bösing war Marcel eine Medikamentenbox mitgegeben worden, die für eine Woche bestückt war, obwohl die Freizeit zwei Wochen dauerte. Zudem sei das Fach für den Sonntagmorgen (dem Tag der Ankunft) gefüllt gewesen, obwohl Marcel gesagt habe, sein Medikament an dem Tag schon eingenommen zu haben. Die Lagerleitung habe nicht wissen können, was passiert, wenn das Kind seine Medikamente an diesem Tag doppelt oder gar nicht einnimmt. Der Arzt des Jungen war nicht erreichbar, die Mutter habe am Telefon jegliche Auskunft verweigert. "Sie berief sich darauf, dass es keine Informationspflicht seitens der Eltern gebe, weder vor Beginn des Lagers noch zum damaligen Zeitpunkt."

Die Gemeinde erläuterte auch, warum Tommy (Name geändert), der jüngere Bruder Marcels, ebenfalls nach Hause gebracht wurde. Grund sei nicht die Sorge gewesen, dass Tommy sich bei seinem Bruder angesteckt haben könnte. Vielmehr sei es eine pädagogische Maßnahme gewesen, um Tommy "das Verbleiben ohne den großen Bruder in der Freizeit nicht zuzumuten".

(pogo)
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