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Castrop-Rauxel
Hunde als "Therapeuten" für Strafgefangene beliebt

Castrop-Rauxel. Die Attraktion im Meisenhof sind "Zola", "Watson" und der Beagle "Luise". Wenn die Gefangenen in der offenen Vollzugsanstalt in Castrop-Rauxel die Hunde in der weitläufigen Anlage sehen, ist zuallererst Knuddeln angesagt. "Die Hunde sind die Türöffner zur Therapie", sagt Sabine Vazquez, Anstaltspsychologin.

Der Meisenhof ist in der Arbeit mit Hunden fortgeschritten. Zehn Häftlinge haben im November einen Trainingskurs in Zusammenarbeit mit der Bochumer Hundeschule "Wolfsspiele" mitgemacht. Während der Schulung haben sie den Hundeführerschein gemacht. Die Häftlinge lernen im Meisenhof nicht nur den Umgang mit Hunden. Wenn es zur Unterredung mit den Psychologen geht, lockern die Hunde die Stimmung auf. "Man ist sofort im Gespräch", sagt Therapeutin Stefanie Pleiger. Ihr Mann ist Sozialarbeiter in der JVA Gelsenkirchen und setzt "Watson" auch dort ein. Im nächsten Jahr will er auch in Gelsenkirchen eine Hundeschule beginnen. Im Umgang mit den Tieren lernen die Häftlinge Verantwortung zu übernehmen. "Sie haben in dem Moment die Verantwortung für den Hund, für sich selbst und für die Umwelt", sagt Sabine Vazquez.

Für die JVA sind die Hunde ein Glücksfall. Sie kosten kein Geld. Für den Unterhalt sorgen ihre Besitzer. Die Hundeschule bezahlt der Betreuungsverein. Der Verein finanziert sich unter anderem aus Bußgeldern.

(dpa)
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