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Düsseldorf
Immer mehr Klagen gegen Asylbescheide

Düsseldorf. Das Asylrecht beschäftigt auch weiterhin die Verwaltungsgerichte. In diesem Jahr sind beim Verwaltungsgericht Düsseldorf bis zum 30. September schon 9745 Asylklagen eingegangen, das seien schon jetzt über 4000 Klagen mehr als 2015 (5689), teilte eine Gerichtssprecherin mit. Davon seien 7684 Klagen gegen Asylbescheide und 2061 gegen Eilverfahren, die vor allem den Westbalkan betreffen. Das Düsseldorfer Gericht kümmert sich nicht nur um Fälle im Stadtgebiet, sondern auch um den Niederrhein, Duisburg und Teile des Bergischen Landes.

Im vergangenen Jahr waren es vor allem Asylbewerber vom Westbalkan, die das Gericht beschäftigten. Albaner und Kosovaren klagten gegen abgelehnte Asylanträge oder versuchten, in einem Klageeilverfahren der Abschiebung zu entgehen. Die Kläger vom Westbalkan hatten selten eine Chance, ihr Anliegen durchzubringen. 99 Prozent der Eilverfahren wurden 2015 abgelehnt, dasselbe gilt für die übrigen Klagen. Bei den Eilverfahren liegen Kläger aus Albanien, dem Kosovo, Mazedonien oder Serbien aber nach wie vor vorne. "Zwei Drittel der Eilverfahren kommen von Menschen des Westbalkans, denen die Abschiebung droht", sagt die Sprecherin des Verwaltungsgerichts.

Wegen der Zunahme dieser Fälle blieben andere liegen. Klar sei, sagt die Gerichtssprecherin, dass es zunehmend schwieriger werde, Klagen wegen zu hoher Kita-Gebühren oder wegen Baugenehmigungen zügig zu bearbeiten. "Allmählich werden solche Verfahren etwas älter", räumt sie ein.

(heif)
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