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Düsseldorf
IS-Terrorist bricht sein Schweigen

Düsseldorf. Der aus Kranenburg stammende Kerim Marc B. soll in Syrien gekämpft haben.

Der mutmaßliche IS-Terrorist Kerim Marc B. aus Kranenburg hat vor Gericht sein Schweigen gebrochen und von seiner schweren Kindheit berichtet. Er habe als Kind mehrfach kurz davorgestanden, sich umzubringen, sagte der Angeklagte am Düsseldorfer Oberlandesgericht in einer von seiner Verteidigerin verlesenen Erklärung aus.

Sein Stiefvater habe ihn oft geschlagen, etwa wegen schlechter Schulnoten. Seine Mutter habe sein Gesicht auf Familienfotos herausgeschnitten. Bevor sie in Urlaub gefahren sei, habe sie ihn zu Verwandten gebracht. Er habe mit seinen Eltern nie über Gefühle sprechen können. Der Islam habe ihm in dieser Situation Halt gegeben. Der Gang zur Moschee sei eine Rebellion gegen sein Elternhaus gewesen. Nach Syrien sei er "eher aus einem Abenteuer heraus gegangen". Er habe vor den Belastungen fliehen wollen.

Er sei von der Realschule auf eine Hauptschule gewechselt. Dort habe er einen Abschluss erworben, eine Ausbildung habe er aber nicht. "Das Einzige, was ich habe, ist mein Glaube." Zu den Tatvorwürfen wollte der Angeklagte noch nicht Stellung nehmen. "Es tut mir leid, dass ich meiner Frau so viel Kummer und Ärger bereitet habe", erklärte er.

Mit einer Kalaschnikow und Handgranaten soll der gebürtige Dortmunder unter dem Namen "Abu Zulfikar" in den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben. Der Prozess gegen ihn hatte am 2. März begonnen. Die Bundesanwaltschaft hatte ihn zunächst auch wegen Mordes angeklagt. Gegenüber Bekannten soll er gesagt haben, dass er in Syrien 16 Menschen getötet habe. Doch dem Oberlandesgericht und dem Bundesgerichtshof war der Mordvorwurf zu vage. Somit drohen maximal zehn Jahre Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

(dpa)
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