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Düsseldorf
Jeder dritte Behinderte lernt an einer Regelschule

Düsseldorf. Die Inklusion in NRW schreitet schnell voran. Im neuen Schuljahr lernt nach einer Prognose des Schulministeriums mehr als ein Drittel der behinderten Kinder gemeinsam mit nicht behinderten an allgemeinen Schulen. Man gehe von einer Quote von 35,4 Prozent aus, sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) - das sind 42 900 von gut 121 000 Schülern mit "sonderpädagogischem Förderbedarf". Im vergangenen Jahr hatte der Anteil noch bei 29,6 Prozent gelegen. Von Frank Vollmer

Trotzdem vollziehe sich der Ausbau "Schritt für Schritt in maßvollen Zuwachsraten", sagte Löhrmann. Schon 2017 könnte die schulische Inklusion zum Regelfall werden: Dann, so erwartet die Ministerin, werden 50 Prozent der Behinderten an Regelschulen unterrichtet.

Seit 1. August haben Eltern für ihr behindertes Kind Anspruch auf einen Platz an einer allgemeinen Schule. Das Recht gilt zunächst für Erst- und Fünftklässler und soll jährlich je um die ersten und fünften Klassen ergänzt werden. Dazu stellt das Land den Kommunen bis 2019 insgesamt 175 Millionen Euro zur Verfügung; hinzu kommt der Ersatz eventueller weiterer Kosten.

Auch der Ausbau der Schulformen, an denen länger gemeinsam gelernt wird, geht weiter. Zum neuen Schuljahr nehmen 25 neue Gesamt- und 25 Sekundarschulen den Betrieb auf. Damit seien seit 2011 insgesamt 207 solcher Schulen errichtet worden, sagte Löhrmann: "Obwohl der Wandel tiefgreifend ist, verläuft er in NRW evolutionär."

Udo Beckmann, Chef des Verbands Bildung und Erziehung, bemängelte, die Versorgung mit Sonderpädagogen reiche nicht aus. Eine hohe Unterrichtsqualität setze aber "ausreichende Rahmenbedingungen" voraus. Der Verband Lehrer NRW sieht das Land angesichts des Gründungsbooms bei Gesamt- und Sekundarschulen gar auf dem Weg "Richtung Einheitsschule".

Quelle: RP
 
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