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Düsseldorf
JVA Aachen zeigt Justizbeamte an

Düsseldorf. Zur Flucht eines Sextäters in Köln gibt es unterschiedliche Versionen. Von Klas Libuda

Nach der Flucht des Sexualstraftäters Peter B. hat die JVA Aachen Strafanzeige gegen zwei Justizvollzugsbeamte gestellt. Es gehe darum zu prüfen, ob ihr Verhalten möglicherweise den Straftatbestand der Gefangenenbefreiung erfülle, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums.

B. war am Mittwochmittag während eines bewachten Freigangs in Köln geflohen. Mit zwei Justizvollzugsbeamten war der verurteilte Vergewaltiger in ein Brauhaus in der Innenstadt eingekehrt und während eines Toilettengangs geflohen. Wie die JVA Aachen mit Verweis auf die Schilderungen der Beamten mitteilte, habe B. die Flucht ergriffen, als der ihn begleitende Aufseher ein Urinal benutzte. Der WDR indes berichtete, dass der 58-Jährige völlig unbegleitet auf die Toilette ging. Dies hätten Augenzeugen berichtet. "Wir prüfen beide Versionen", sagte ein Sprecher des Justizministeriums. So oder so stehe jedoch fest, dass sich die Beamten "nicht korrekt" verhalten hätten. Die JVA Aachen habe mit ihrer Anzeige auch auf die Medienberichte reagiert, sagte die Leiterin der JVA, Reina Blikslager. "Letzten Endes muss es auch zum Schutz der Bediensteten aufgeklärt werden." Die Staatsanwaltschaft Köln hat die Ermittlungen gegen die Beamten aufgenommen.

Die Suche nach dem geflohenen Straftäter löste gestern Morgen einen Großeinsatz der Polizei in Bonn aus. Ein Jogger wollte B. nahe einer Brücke in den Rheinauen gesehen haben. 80 Polizisten durchkämmten daraufhin das Gelände, brachen die Suche am Mittag aber erfolglos ab. Auch in der Bonner Innenstadt, in Bornheim bei Bonn und in Hamburg wurde gestern Hinweisen auf B. nachgegangen.

Quelle: RP
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