| 09.26 Uhr

Sessionseröffnung
Die Trumpisierung des Karnevals

Sessionseröffnung: Die Trumpisierung des Karneval
Der Hoppeditz in Düsseldorf trat dieses Jahr mit Trump-Haarpracht auf. FOTO: dpa, fg tba
Köln/Düsseldorf. Der Hoppeditz in Düsseldorf trug am Freitag eine Trump-Perücke, die Büttenreden werden voll von Trump-Satire sein und auch auf den Straßen sind Trump-Kostüme zu sehen. Der zukünftige Präsident der USA lässt die Rheinländer auch im Karneval nicht in Ruhe. Von Milena Reimann

Spätestens als der Hoppeditz in Düsseldorf den Deckel seines Senftöpfchens wackeln ließ und erwachte, war klar: Donald Trump ist überall. Denn die Symbolfigur des Düsseldorfer Karneval – der Hoppeditz – setzte während seiner Rede die typische Narrenkappe ab und eine Trump-Perücke auf. Er wetterte gegen den zukünftigen Präsidenten der USA – und das Publikum jubelte.

Vor Donald Trump ist derzeit kein Entkommen. Auch in der gerade begonnenen Karnevalssession wird er wohl unausweichlich sein. "Er ist ein Thema, das die ganze Welt bewegt - und sicher auch uns", sagt Sigrid Krebs vom Festkomitee Kölner Karneval. In welcher Form das geschehen werde, könne man aber noch nicht sagen. "Rosenmontag ist erst in dreieinhalb Monaten, bis dahin kann auf der Welt noch viel geschehen."

Auch der Bau der Kölner Karnevalswagen habe noch nicht begonnen, das gehe erst Ende November los. "Natürlich haben wir schon ein Konzept, aber das lässt immer noch Platz für aktuelle Entwicklungen." In Düsseldorf ist sich Wagenbauer Jaques Tilly schon sicher: "Da kommt natürlich niemand dran vorbei." Trump biete eine Angriffsfläche wie sonst wohl niemand, sagte Tilly unserer Redaktion. Mit einer finalen Idee für einen Trump-Wagen will er sich aber noch Zeit lassen, bis sich die Politik des Republikaners besser herauskristallisiert. Tilly hatte schon in der vergangenen Session einen Trump-Wagen gebaut. Dort wurde der damilige US-Präsidentschaftsanwärter für den Rosenmontagszug als Arsch mit Ohren dargestellt – was weltweit für Aufsehen sorgte.

FOTO: Ines Räpple

Offen ist laut Krebs auch, inwieweit die Redner auf Trump eingehen werden. "Die sind noch flexibler, noch schneller", betonte sie. Aber natürlich entscheide da jeder für sich. Die Kölner Stunksitzung, die für hochpolitische Sketche bekannt ist, wird sich dem baldigen US-Präsidenten im diesjährigen Programm aber sicher annehmen. Das bestätigte Sprecher Winni Rau gegenüber unserer Redaktion.

Ein Jeck in Köln hat sich als Donald Trump verkleidet. FOTO: dpa, obe tba

Auch auf den Straßen waren am 11.11. viele Trump-Kostüme zu sehen. Allerdings: Sucht man in zweien der größten Karnevalsshops im Netz dieser Tage nach "Trump" – passiert nicht viel. Bei der Firma Deiters und auch bei Karnevalswierts bieten die Onlineshops bei dieser Suche nur eines an: Strümpfe. Weil sich das Wort Trump in "Strumpf" versteckt. Accessoires für ein Donald-Trump-Kostüm sucht der Jeck jedoch vergeblich.

"Wir hätten nicht damit gerechnet, dass Trump gewählt wird", erklärt Björn Lindert von Deiters. Aber die Nachfrage in den Läden sei auch in den Tagen nach der Wahl nicht groß gewesen. "Das scheint an den Jecken vorbeizugehen, in der Hauptkarnevalszeit um Rosenmontag wird das schon keine Rolle mehr spielen", meint Lindert. Genau das hatten viele bis vor wenigen Tagen über Trump auch gedacht.

(mre mit Agenturmaterial)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Sessionseröffnung: Die Trumpisierung des Karneval


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.