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Köln
Kölner Silvesternacht: Erste Anklage liegt Gericht vor

Köln. Beim Amtsgericht Köln liegt die erste Anklage gegen Beschuldigte aus der Silvesternacht vor. Sie richte sich gegen einen Tunesier und einen Marokkaner, die einem Mann in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Tasche mit einer Kamera gestohlen haben sollen, sagte gestern eine Gerichtssprecherin. Beide Verdächtige säßen in Untersuchungshaft. Möglicherweise komme es schon im Februar zum Prozess. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft ist es der erste Fall im Zusammenhang mit der Kölner Silvesternacht, der zur Anklage gebracht wurde. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet.

In der Kölner Silvesternacht soll es massenweise zu Straftaten gekommen sein. Vor allem die Übergriffe auf Frauen, die von Männern überwiegend nordafrikanischer Herkunft umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen worden sein sollen, sorgten für Entsetzen.

Nach den Übergriffen seien mittlerweile 945 Anzeigen eingegangen, erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. 559 Menschen hätten angegeben, Opfer einer Sexualstraftat geworden zu sein. Die Staatsanwaltschaft ermittele bislang gegen 35 Beschuldigte, von denen neun in Untersuchungshaft säßen.

Die Silvesternacht in Köln wird von einem Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags aufgearbeitet. Das hat das Landesparlament gestern mit großer Mehrheit beschlossen. Der Ausschuss soll klären, warum die Polizei am Kölner Hauptbahnhof massenhafte Übergriffe auf Frauen nicht verhindern konnte. Die Frauenpolitikerin Ina Scharrenbach wird Obfrau der CDU im Untersuchungsausschuss.

(RP/tor)
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