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Köln
Kölner Übergriffe: 1000 Anzeigen, 19 Urteile

Köln. Der Präsident des Amtsgerichtes in Köln, Henning Banke, fordert stärkere Kontrollen des öffentlichen Raumes mit Videokameras, um Vorfälle wie bei den Silvesterübergriffen zu vermeiden. Auf diese Weise könnten Verbrecher von ihren Taten abgehalten und Delikte besser aufgeklärt werden. Mit schlechten oder nicht vorhandenen Aufnahmen von der Domplatte erklärt sich Banke die nur dürftige Bilanz der Strafverfolgung: Bis heute wurden am Amtsgericht erst 19 Verfahren zu Straftaten aus der Silvesternacht verhandelt, obwohl es mehr als 1000 Strafanzeigen gab. Nur in drei Verfahren mit sechs Personen gab es eine Anklage wegen sexueller Nötigung, obwohl dies Inhalt von fast jeder zweiten Anzeige war. Von den bisher 22 Angeklagten waren nach ihren Angaben zehn Algerier, neun Marokkaner und je einer Libyer, Tunesier und Iraker.

In 13 Fällen gab es ein Urteil wegen Diebstahls, in fünf Fällen wegen Hehlerei. Obwohl sechs Anklagen einen Raub zum Inhalt hatten, kam es zu keiner Verurteilung wegen dieser Straftat. Die mildeste Strafe war eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen, die härteste eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung wegen räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht erwartet elf weitere Verfahren.

(rky)
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