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Essen
Kraft pocht auf Wahlalter 16

Essen. Auf der Jugendkonferenz in Essen tritt die Ministerpräsidentin entschieden auf. Von Detlev Hüwel

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) peilt weiterhin die Herabsetzung des Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre an. "Wir werden weiter dafür kämpfen. Das verspreche ich", betonte sie auf der Jugendkonferenz (Juko) in Essen. Die Verfassungskommission des Landtags hatte sich nicht auf die von Rot-Grün geforderte Absenkung einigen können. "Wir werden nicht nachlassen", beteuerte Kraft vor rund 400 jungen Leuten.

Kraft beklagte eine zunehmende Respektlosigkeit in den sozialen Medien, aber auch gegenüber Polizisten. Dem wolle das Land im Herbst mit einer "Woche des Respekts" entgegenwirken. Zugleich bekräftigte Kraft ihre Forderung nach einem Kodex gegen die Verrohung im Netz. Dieser solle von Vertretern aller gesellschaftlichen Gruppen erarbeitet werden. Allerdings erhielt sie Widerspruch. Jeder sei für seinen Internetbeitrag selbst verantwortlich und müsse sich fragen, ob er damit jemanden verletzen kann, hielt ihr eine junge Frau entgegen.

Im Vorfeld der Juko hatten Jugendliche online ihre Vorlieben äußern können. Für 37,8 Prozent ist demnach Arbeit "nicht alles im Leben. Ich möchte neben dem Job noch Zeit für Hobbys haben und meine Träume verwirklichen", hieß es. 10,9 Prozent meinten dagegen: "Hauptsache, der Job ist sicher, und ich bekomme ein faires Gehalt."

Kraft verwies darauf, dass es künftig in allen achten Schulklassen individuelle Potenzialanalysen geben werde, die die Berufs- oder Studienwahl erleichtern solle. 20,1 Prozent sagten bei der Online-Befragung, sie bevorzugten eine Berufsausbildung. 46,3 Prozent gaben an, bereits zu studieren oder ein Studium zu planen. 30,6 Prozent würden zwar gern studieren - "aber ich weiß nicht, ob ich das packe."

Quelle: RP
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