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Premiere am Freitagabend
Theater in Dortmund zeigt Trump-Stück

Dortmund: Donald Trump kommt als Theaterstück auf die Bühne
Bettina Lieder und Andreas Beck gehen im Theater Dortmund dem Phänomen Trump auf den Grund. FOTO: dpa, mg wie
Dortmund. In Dortmund wird an diesem Freitagabend das Theaterstück "Trump" von Mike Daisey aufgeführt. Es ist das erste Stück über den Präsidenten der USA in Deutschland und hinterfragt den Aufstieg von Donald Trump.  Von Christiane Bours

Mit dieser Premiere haben die Verantwortlichen vom Theater Dortmund einen Glücksgriff getan. Am Freitagabend, 3. März, 19.30 Uhr, wird in Deutschland zum ersten Mal das Stück "Trump" von Mike Daisey aufgeführt. "Das Interesse war sofort sehr groß, die Premiere ist ausverkauft", sagt Djamak Homayoun vom Theater Dortmund. Auch für die übrigen Termine gebe es eine große Nachfrage.

Dabei war es eher eine spontane Idee, "Trump" kurzfristig in den Spielplan aufzunehmen. "Wir haben das große Glück, dass wir mit dem Autor Mike Daisey schon einmal zusammengearbeitet haben", sagt Homayoun. Der Kontakt sei geblieben. Und mit dem Wahlsieg von Donald Trump war die Idee geboren, das sehr erfolgreiche Stück aus den USA nach Dortmund zu holen. Übersetzung, Proben und Inszenierung wurden dabei kurzfristig gestemmt, etwa zwei Monate hatte das Ensemble Zeit, um das Stück auf die Bühne zu bringen. 

Der Inhalt: Donald Trump ist neuer Präsident der USA. Ein Milliardär, der sich erfolgreich bei der weißen Arbeiterschicht als Robin Hood stilisiert hatte. Ein Ex-Reality-Star als mächtigster Mann der Welt. Die ersten Wochen seiner Amtszeit waren turbulent. So mancher in den USA, aber auch im Rest der Welt, fragt sich: Wie konnte es soweit kommen? Mike Daisey versucht, Antworten auf diese Frage zu finden und erforscht in seinem Stück "The Trump Card" (Die Trumpfkarte) den Aufstieg Donald Trumps und die Auswirkungen auf den Rest der Welt. Die Ein-Mann-Aufführung läuft seit 2016 erfolgreich in zahlreichen US-Theatern und am Broadway, in der deutschen Version "Trump" stehen zwei Schauspieler auf der Bühne. 

"Das Tolle an dem Stück ist, dass wir es ständig aktualisieren können, Donald Trump bietet uns ja genug Material", sagt Djamak Homayoun. Mike Daisey hatte das Stück ursprünglich im Wahlkampf angesiedelt, inzwischen werde es ständig weiterenwickelt. "Er lässt uns da freie Hand." So wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, wieso Trump unterschätzt wurde, wie man seine Wahl hätte verhindern können, warum er so erfolgreich ist und auch, wer seine Hintermänner und Unterstützer sind. "Das Ganze aber nicht mit erhobenem Zeigefinger", betont Djamak Homayoun. Im Gegenteil, Mike Daisey verpacke es sehr unterhaltsam, teilweise im Dialog mit dem Publikum und mit einem Hauch von Kabarett. "Es wird gelacht, auch wenn das Lachen einem manchmal im Hals stecken bleibt", verspricht Homayoun. 

Und natürlich werden auch Parallelen zur Politik in Deutschland und Europa gezogen. "Was in den USA passiert ist, sind ja Positionen, die uns noch erwarten", sagt Homayoun. "Mit 'Trump' wollen wir zeigen, dass man dies eben nicht unterschätzen darf. Dass man eben nicht sagen darf, es wird schon nicht so schlimm sein." In den kommenden vier Jahren müsse man mit Trump leben, aber es sei wichtig für die Zukunft, die Mechanismen von Populisten zu verstehen.

"Trump": Freitagabend, 19.30 Uhr, im Megastore, ehemaliger BVB-Fanshop und Ausweichspielstätte des Theater Dortmund, Felicitasstraße 2, 44263 Dortmund. Weitere Termine: 12. März, 14. und 22. April. Die Karten kosten 19 Euro, 10 Euro ermäßigt.

(cebu/lnw)
 
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