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"Schatz im Silbersee"
Karl-May-Festspiele: Winnetou reitet wieder in Elspe

Karl-May-Festspiele 2015: "Schatz im Silbersee"
Karl-May-Festspiele 2015: "Schatz im Silbersee" FOTO: dpa, a sab
Lennestadt. Indianer-Geheul und Pulverdampf, galoppierende Pferde und ein künstlicher Wasserfall: Ab Samstag machen die Karl-May-Festspiele in Elspe den Wilden Westen wieder erlebbar. Winnetou und Old Shatterhand kämpfen um den "Schatz im Silbersee".

Bei den letzten Proben auf der 100 Meter breiten Naturbühne werden noch viele Kleinigkeiten korrigiert, um den Wilden Westen für die Besucher erlebbar zu machen. Ab Samstag (20. Juni) reiten Winnetou und Old Shatterhand dann bei den 58. Karl-May-Festspielen wieder für das Gute und Gerechte. Insgesamt 53 Mal wird dabei bis Anfang September "Der Schatz im Silbersee" gehoben.

"Wir sprechen hier alle fünf Sinne an, das was im Kino grade mit Wasserspritzern von der Decke probiert wird, machen wir seit langem", sagt Rolf Schauerte, der seit fast 40 Jahren auf der Bühne den Bösewicht gibt. "Die Besucher können die Pferde riechen und haben den Pulverdampf auf der Zunge." Denn auch in diesem Jahr knallt und raucht es wieder heftig in Elspe. Beim großen Showdown siegt nicht nur wieder das Gute, sondern unter einem Wasserfall versinkt auch ein nachgebauter Raddampfer.

Die Hauptrollen sind mit dem Schauspieler Jean-Marc Birkholz (Winnetou) und Kai Noll (Old Shatterhand) besetzt. Einen richtigen "Gaststar" wie Martin Semmelrogge, der in der vergangenen Saison als Bösewicht über die Bühne galoppierte, gibt es diesmal nicht. "Aber das wird auch überschätzt", sagt Regisseur Jochen Bludau. Heute gebe es kaum noch Stars, die alt und jung gleichermaßen ansprechen würden, sagt Bludau. Aber Winnetou sei immer noch den meisten bekannt.

Fotos: Fans und Familie nehmen Abschied von Pierre Brice FOTO: dpa, tha sab

Ein Name allein würde kaum Besucher ziehen. "Die Besucher haben andere Motive. Sie kommen, weil wir ein kurzweiliges, unterhaltsames Spektakel unter freiem Himmel bieten." Auch in diesem Jahr rechnet Bludau mit rund 200 000 Besuchern.

Zu Hochzeiten Ende der 70er Jahre hatte Elspe doppelt so viele Gäste. Das war vor allem dem Winnetou-Darsteller Pierre Brice geschuldet, der am 6. Juni gestorben ist. "Ich habe während einer Probe von seinem Tod erfahren. Das hat mich sehr betroffen gemacht und ich habe mich mit Wehmut zurückerinnert", sagt Bludau, der selbst jahrelang an der Seite von Brice als Old Shatterhand auf der Bühne stand.

Brice sei damals der Inbegriff des Winnetou gewesen. Und Elspe habe davon profitiert. Vor der Verpflichtung von Brice 1976 hatte Elspe rund 150 000 Gäste, dann stieg die Besucherzahl während seiner Gastspiele bis 1986 deutlich an. In der Spitze waren es rund 400 000 Besucher. "Aber er war ja auch froh, dass wir ihm die Gelegenheit gaben, seine Rolle zu spielen", schildert Bludau. Denn nach seinem letzten Winnetou-Film 1968 habe Brice nach neuen Gelegenheiten Ausschau gehalten.

Der langjährige Winnetou-Darstelle Pierre Brice war in der vergangenen Woche gestorben. Am Donnerstag nahmen viele Fans von dem Schauspieler Abschied.

(lnw)
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