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Düsseldorf
Tanzhaus beruft drei Choreografen

Düsseldorf. Leiterin Bettina Masuch stellt ihr neues Konzept und ihre erste Spielzeit vor.   Von Dorothee Krings

Wie ein gewundener Fluss schlängelt sich der Schriftzug in Pink über die neuen, knallgelben Plakate des Tanzhauses NRW. Die Schnörkelei könnte eine Choreografie markieren oder einen verschlungenen, einen neuen Weg. Den schlägt Bettina Masuch ein mit dem Tanzhaus NRW, das sie nach 35 Jahren von Gründer Bertram Müller übernommen hat. Mit poppiger Werbung will sie das Haus sichtbarer machen in der Landeshauptstadt.

Die Konkurrenz ist groß. Düsseldorf hat sich zum Tanzzentrum entwickelt: Martin Schläpfer zeigt dort mit seiner Compagnie an der Rheinoper erfolgreich, wie die klassische Formsprache in die Moderne zu überführen ist. Ihm baut die Stadt gerade ein Trainingszentrum. Doch daneben hat sich das Tanzhaus NRW mit Beharrlichkeit und einem weiten, von Anfang an international ausgerichteten Tanzverständnis längst seinen Platz erarbeitet - als Bühne für moderne Tanzproduktionen von Choreografen aus der Region und der internationalen Szene sowie als Unterrichtszentrum für Profis und Laien mit vielseitigem Kursangebot. Im vergangenen Jahr strömten jede Woche 2500 Besucher in das Haus hinter dem Bahnhof, das stets am Rande seiner Raumkapazität arbeitet.

An der ungewöhnlichen Doppelstruktur als Bühne und Akademie will Bettina Masuch festhalten. Auch werden Künstler aus der Region wie die Kölnerin Stephanie Thiersch und der Düsseldorfer Raimund Hoghe weiter dort arbeiten. Masuch setzt sanft Akzente, indem sie etwa drei Choreografen fest ans Haus bindet: Alexandra Waierstall aus Düsseldorf, Sebastian Matthias aus Berlin und Jan Martens aus Antwerpen werden als "Factory Artists" am Tanzhaus NRW neue Arbeiten entwickeln, Meisterklassen anbieten und möchten auch das Publikum in ihre Vorhaben einbinden. So soll es künftig etwa Einführungen geben, bei denen die Zuschauer selbst tanzen können. "Wir möchten, dass Zuschauer unsere Künstler langfristig begleiten", sagt Masuch, "diese Art von Liebhaberschaft möchten wir erreichen."

So versucht Masuch auch Kontinuität zu schaffen, indem sie das Folkwang-Tanzstudio aus Essen eingeladen hat, regelmäßig in Düsseldorf zu arbeiten. Sie möchte dadurch der Kurzatmigkeit im Tourbetrieb der modernen Tanzszene entgegenwirken. "Obwohl wir kein eigenes Ensemble haben, können wir so ein Repertoire erarbeiten", so Masuch.

Der aus Israel stammende Choreograf Emanuel Gat wird die neue Spielzeit am 20. August eröffnen. Außerdem sind an diesem Wochenende die ersten Arbeiten der neuen Haus-Choreografen zu erleben. Zu Gast sind dann später unter anderem Laurent Chétouane aus Berlin, Heddy Maalem aus Frankreich, Alain Platel aus Belgien und die Flamenco-Künstlerin Ana Morales aus Spanien.

Quelle: RP
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