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Düsseldorf
Land will Vaterrolle attraktiver machen

Düsseldorf. Wunsch und Wirklichkeit klaffen noch weit auseinander. Einer Allensbach-Umfrage zufolge würden in NRW rund 60 Prozent der Väter mit Kindern unter sechs Jahren gerne mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen. Doch tatsächlich ist bei zwei Dritteln der Paare der Vater vollzeitbeschäftigt, während die Mutter in Teilzeit arbeitet oder gar nicht erwerbstätig ist. Die Gründe für diesen Gegensatz sind vielfältig: Männer scheuen offenbar mehr als Frauen das Risiko eines Karriereknicks bei zeitweisem Ausscheiden aus dem Job. Außerdem entscheidet zumeist der höhere Lohn des Mannes darüber, dass die Kindererziehung der Mutter überlassen bleibt. Von Detlev Hüwel

NRW-Familienministerin Christina Kampmann (SPD) nennt einen weiteren Grund: Obwohl sich ein Wandel bemerkbar mache, herrschten noch immer traditionelle Denkmuster vor. Männern werde weniger als Frauen zugetraut, sich verlässlich um Familie und Haushalt zu kümmern. Nötig seien jetzt vor allem flexible und familienorientierte Arbeitszeitmodelle, die die Belange auch der Väter berücksichtigten.

Das Land will dies mit einer Aufklärungsaktion unterstützen, die rund 150.000 Euro kosten wird. Unter dem etwas sperrigen Motto "Vater ist, was Du draus machst" sollen in Düsseldorf, Köln, Essen, Bielefeld und Münster Plakate aufgehängt und Infokarten in 13 weiteren Städten ausgelegt werden. Parallel dazu wird laut Kampmann das Beratungsangebot des Landes für Eltern und insbesondere für junge Väter erweitert. Das Ziel der auf zwei Jahre angelegten Kampagne sei es, "die Attraktivität der Vaterrolle bewusster zu machen". Damit es nicht theoretisch bleibt, werden derzeit in fünf Unternehmen (darunter Vodafone und Eon) vätergerechte Arbeitszeitangebote erprobt. Über die Ergebnisse will Kampmann am Jahresende berichten.

Quelle: RP
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