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Abgelehnte Asylbewerber
NRW bei freiwilligen Ausreisen vorne

Abgelehnte Asylbewerber: NRW bei freiwilligen Ausreisen vorne
Bundespolizisten begleiten im Sommer 2016 abgelehnte Asylbewerber aus Serbien und Mazedonien für die Abschiebung in ein Flugzeug am Düsseldorfer Flughafen. Wer freiwillig ausreist, hat oft Vorteile. FOTO: Alexandra Stolze / Bundespolizei
Düsseldorf. Gemessen an anderen Bundesländern reisen aus NRW die meisten abgelehnten Asylbewerber freiwillig aus. Das hat NRW-Innenminister Jäger am Mittwoch in Düsseldorf bekannt gegeben. Allerdings gibt es bundesweit insgesamt weniger freiwillige Ausreisen als 2016. Von Franziska Hein

Freiwillige Ausreisen haben im Unterschied zu Abschiebungen einige Vorteile für abgelehnte Asylbewerber. Wer abgeschoben wird, darf nicht wieder einreisen und hat Aufenthaltsverbot in Deutschland. Wer freiwillig nach einem abgewiesenen Asylantrag das Land verlässt, bekommt oft finanzielle Starthilfe im Heimatland und hat die Chance, noch einmal einen Asylantrag zu stellen. Zudem sind freiwillige Rückreisen mit geringeren Kosten für die Bundesländer verbunden. "Die freiwillige Ausreise ist der menschlichste, schnellste und günstigste Weg der Rückkehr", erklärte Innenminister Ralf Jäger.

Von Januar bis Ende März 2017 wurden in NRW 4567 Anträge auf eine geförderte freiwillige Ausreise bewilligt. Damit entfallen 41 Prozent der bundesweit 8468 Bewilligungen auf NRW. Das teilte das Innenministerium NRW am Mittwoch mit. Das Bundesland liegt damit im Ländervergleich auf dem ersten Platz. Etwa die Hälfte der abgelehnten Asylbewerber, die freiwillig ausreisen, kommen aus Albanien. Dahinter liegen weitere Balkanländer mit Serbien, Bosnien, Mazedonien und dem Kosovo. 

Bundesweit sinkt die Zahl der freiwilligen Ausreisen

Allerdings macht ein Vergleich mit den bundesweiten Zahlen zur freiwilligen Ausreise deutlich, dass insgesamt weniger Menschen als im Vorjahr freiwillig das Land verlassen. Im ersten Quartal 2016 waren 13.848 abgelehnte Asylbewerber freiwillig ausgereist. Das sind etwa 40 Prozent mehr als in diesem Jahr. 

In den ersten drei Monaten des Jahres 2017 wurden zudem 2099 Personen aus NRW abgeschoben. Das sind 24 Prozent aller 8620 Abschiebungen aus der Bundesrepublik. NRW liegt auch damit im Ländervergleich vorn. 

NRW hat die meisten Asylbewerber aufgenommen. Derzeit laufen etwa 59.000 Asylverfahren in NRW. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage der Redaktion mit. 68.000 Asylbewerber sind ausreisepflichtig. 50.000 von ihnen haben eine Duldung, das bedeutet, dass sie nicht abgeschoben werden können. Vollziehbar ausreisepflichtig sind demnach derzeit 18.000 abgelehnte Asylbewerber. 

 
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