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Arme in NRW
Anschaffung einer Brille scheitert häufig am Geld

Arme in NRW: Anschaffung einer Brille scheitert häufig am Geld
Die Kasse übernimmt die Kosten für Brillen nur bei schweren Sehbehinderungen. FOTO: dpa, ve vfd ve
Düsseldorf. Eine CDU-Abgeordnete im Landtag schlägt Alarm: Zahlen des Robert-Koch-Instituts deuten darauf hin, dass viele arme Menschen in NRW eigentlich eine Brille bräuchten, sich aber keine leisten können. Doch das Land kann nicht helfen, erklärt die Gesundheitsministerin.

Das Land kann die vor Jahren vom Bundesgesetzgeber beschlossenen Leistungskürzungen nicht auffangen. Das hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) jetzt auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion klargestellt.

Die CDU-Angeordnete Claudia Middendorf wollte wissen: "Ist Durchblick eine Frage des Geldbeutels?" Die von der Ministerin gelieferten Daten deuten darauf hin. So habe das Robert-Koch-Institut 2012 und 2013 fast 4200 Erwachsene in NRW befragt und festgestellt, dass 72,5 Prozent von ihnen eine Brille oder Kontaktlinsen hatten. Allerdings traf dies auf erkennbar mehr Betroffene mit hohem sozialökonomischem Status zu: Von ihnen verfügten gut 79 Prozent über eine Sehhilfe, von denen mit niedrigem Status nur rund 69 Prozent.

Bei einer zusätzlichen Befragung zur Sehfähigkeit - mit oder ohne Hilfsmittel - kam dementsprechend heraus, dass viel mehr Menschen mit niedrigem Status Sehschwächen schilderten: nämlich gut 33 Prozent gegenüber nur 16 Prozent der Befragten mit hohem Status. Einige Sozialverbände unterstützen Menschen mit geringem Einkommen beim Kauf einer Sehhilfe. Eine Änderung der Rechtslage sei aber nur auf Bundesebene möglich, erklärte Steffens.

(jco/dpa)
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