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Ralf Jäger besorgt
NRW verstärkt nach Anschlag Überwachung von "Gefährdern"

Terror-Anschlag in Brüssel: NRW-Polizei sichert Grenze
Düsseldorf. NRW-Innenminister Ralf Jäger zeigt sich nach den Anschlägen von Brüssel besorgt. "Das Ausmaß der Katastrophe hätte viel größer ausfallen können", teilte er am Dienstag mit. Von C. Schwerdtfeger und P. Stempel

Jäger verwies bei seiner Aussage darauf, dass noch ein weiterer, nicht detonierter Sprengsatz gefunden worden sei. Medienberichten zufolge hatte die Polizei einen Sprengstoffgürtel entdeckt, der nicht gezündet wurde.

Jäger sieht die belgischen Sicherheitsbehörden in der Mitverantwortung: Es sei erschreckend, dass eine derart strukturiert arbeitende Terrorzelle nicht entdeckt worden sei. Das Problem des Salafismus im Brüsseler Stadtteil Molenbeek sei nicht erst seit Wochen oder Monaten, sondern Jahren bekannt.

Damit geht Jäger weiter als die belgische Polizei: Von Behördenseite hat bislang niemand die Anschläge mit dem Stadtteil Molenbeek in Verbindung gebracht. Auf die Frage, ob Deutschland in der Terrorabwehr besser organisiert sei als Belgienm antwortete der Minister: "Wir sind glaube ich gut aufgestellt. Zur Wahrheit gehört aber auch, wir haben Glück gehabt."

Die als "Top-Gefährder" eingestuften Islamisten in Deutschland werden nach den Ereignissen von Brüssel Jäger zufolge gesondert observiert. "Es gibt eine Absprache zwischen Ländern und Bund über dichtere Kontrollen an den Grenzen und zwar sowohl von der Bundes- als auch von der Landespolizei", ergänzte Jäger. 

Nach Stand vom Sommer 2015 stuft der Verfassungsschutz in NRW 325 Salafisten als gewaltbereit ein. Wiederum 100 davon gelten als sogenannte Gefährder, denen auch Anschläge zugetraut werden.

Nach Angaben Jägers hat sich derweil das Klinikum Aachen darauf vorbereitet, mögliche Opfer aufzunehmen und zu versorgen. Zwei Züge des Katastrophenschutzes seien an der deutsch-belgischen Grenze, um gestrandete Bahn-Passagiere zu versorgen. Die Zugverbindungen nach Brüssel sind derzeit stillgelegt.

Erleichtert zeigte sich der NRW-Innenminister über Nachrichten aus der Landesvertretung in Brüssel, die direkt in der Nähe der Metro-Station liege, in der sich am Morgen ein Anschlag ereignete. Keinem der Mitarbeiter sei etwas zugestoßen.

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