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NRW-Landtag
Das sagt der SPD-Politiker nach Lindners Wutrede

Christian Lindner: Das sagt der SPD-Politiker nach der Wutrede im Landtag
Volker Münchow (SPD) reagiert auf Christian Lindners Wutrede im NRW-Landtag. FOTO: Janicki, Dietrich
Exklusiv | Düsseldorf. Die Wutrede von Christian Lindner sorgt im Internet für Aufsehen. Der SPD-Politiker Volker Münchow hatte sich über Lindners Scheitern als Unternehmer lustig gemacht - und damit unfreiwillig für einen viralen Hit gesorgt. Nun äußert sich der Landespolitiker. Von Florian Rinke

Eigentlich will Volker Münchow (SPD) gar nichts sagen. Die Sache ist ihm unangenehm, das hört man der Stimme am Telefon an. Dann redet er doch. Dass sein Zwischenruf im NRW-Landtag solch eine Aufmerksamkeit erzeugen würde, hätte er nie gedacht. "Das ist eigentlich eine Lappalie", sagt der Landtagsabgeordnete unserer Redaktion: "So einen Zwischenruf habe ich bei Lindner schon 25 Mal gemacht."

Doch diesmal kam der Kommentar aus Lindners Sicht zum richtigen Zeitpunkt: Hannelore Kraft hatte im Landtag gerade ihre Regierungserklärung gehalten und für mehr Gründergeist geworben. Ein Thema, bei dem sie mit ihrem politischen Widersacher Lindner auf einer Linie ist: Beide sind der Überzeugung, dass es in Deutschland eine Kultur brauche, in der es kein Makel ist, auch mal zu scheitern.

Davon sprach auch Lindner in seiner Rede. Gründungen schaffen sozialen Aufstieg und sichern Arbeitsplätze, sagte Lindner und wurde dabei von Münchow unterbrochen: "Da haben sie ja Erfahrung...", rief der SPD-Politiker, der erst bei der vergangenen Wahl den Sprung in den Landtag geschafft hatte. Lindner hatte mit Anfang 20 ein eigenes Unternehmen gegründet und war damit gescheitert. Doch nun war diese Bemerkung für ihn eine Steilvorlage. In knapp drei Minuten führte er dem Politiker in deutlichen Worten vor Augen, was dieser unfreiwillig angerichtet hatte: Mit seinem Kommentar hatte er die Regierungserklärung seiner Ministerpräsidentin konterkariert.

Münchow wehrt sich gegen diesen Vorwurf. Er sehe das nicht so, sagt er: "Die Ministerpräsidentin hat eine klare Rede gehalten." Trotzdem hat er der Landesregierung unfreiwillig einen Bärendienst erwiesen.

Wer ist dieser Volker Münchow, über den Christian Lindner spottet, er sei mit seinem Kommentar zum ersten Mal im Landtag in Erscheinung getreten? Münchow stammt aus Velbert, wo er sich seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik engagiert. Den Vorwurf Lindners, SPD-Politiker, die sich so äußern, hätten in der Regel ihr Leben lang im öffentlichen Dienst gearbeitet, will er so nicht stehen lassen: "Das ist ein Witz und das weiß auch jeder, der meine Biographie gelesen hat". Er habe nie im öffentlichen Dienst gearbeitet. Früher war Münchow im Vertrieb tätig, hat sich in den vergangenen Jahren allerdings ganz auf die Politik konzentriert. Sein Einkommen sicherte ihm in dieser Zeit sein Job als Fraktionsgeschäftsführer der SPD in Velbert. Genau wie Lindner ist er in den vergangenen Jahren also Berufspolitiker gewesen.

Anders als der FDP-Chef hat Münchow auf landespolitischer Ebene allerdings wenig Erfahrung. Erst 2012 zog er für den Wahlkreis, zu dem die Städte Mettmann, Velbert und Wülfrath gehören, erstmals in den Landtag ein. Aufgefallen ist er seitdem nicht besonders - bis jetzt.

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