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NRW setzt auf Prävention
Neue Salafismus-Beratungsstelle in Dortmund eröffnet

Dortmund. Damit nicht noch mehr Menschen in den extremistischen Salafismus abgleiten, setzt die Landesregierung auf Prävention. Beratungsstellen sollen es Angehörigen und Freunden leichter machen, an Hilfe zu kommen. Auch in Dortmund gibt es jetzt eine Anlaufstelle.

Eine neue Beratungsstelle in Dortmund soll helfen, junge Menschen vor dem Abdriften in den gewaltbereiten Salafismus abzuhalten. "Ziel ist es, den Einstieg in diese gefährliche Szene zu verhindern", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag bei der Eröffnung laut einer Mitteilung. Das Angebot unter dem Titel "Wegweiser" richtet sich unter anderem an Angehörige, Freunde und Lehrer. Anlaufstellen gibt es bereits in Düsseldorf, Bochum, Bonn und Wuppertal. Weitere sollen in den nächsten Wochen in Duisburg, Köln und im Kreis Wesel hinzukommen. "Prävention schützt uns gegen den Terror von morgen", sagte Jäger.

Pro Woche haben sich bislang laut Ministerium insgesamt rund 50 Hilfesuchende an die Anlaufstellen gewandt. Derzeit werde mit rund 40 Jugendlichen besonders intensiv gearbeitet, um ihre Radikalisierung zu stoppen. Das Innenministerium geht von rund 2500 Salafisten in Nordrhein-Westfalen aus. Rund 500 von ihnen würden als gewaltbereit eingeschätzt, sagte ein Sprecher.

Jäger zog eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit. "Das Projekt wird angenommen", sagte er. Die "Wegweiser"-Mitarbeiter hätten inzwischen über 2000 Mal geholfen. Die Fälle seien sehr unterschiedlich. Sie reichten von einer Beratung am Telefon bis hin zu einer intensiven Betreuung. "Wegweiser" leiste passgenaue und unmittelbare Hilfe vor Ort. "Hilfe bei schulischen Problemen gehört ebenso dazu wie Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche."

Das Land betreibt auch ein "Aussteigerprogramm Islamismus". In mehr als 50 Fällen habe es bereits einen Kontakt zu potenziellen Aussteigern gegeben. Etwa die Hälfte von ihnen werde durch das Programm bereits intensiv begleitet. "Diese Extremisten sind bei uns aufgewachsen. Sie sind Produkt unserer Gesellschaft und wir müssen ihnen einen Weg aufzeichnen, wieder zurück zu finden", sagte Jäger.

(met/ lnw)
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