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Städtebau-Programm
NRW gibt 72 Millionen Euro für Integration von Flüchtlingen aus

Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab
Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab FOTO: dpa, ua fpt
Düsseldorf. Zur besseren Integration der Flüchtlinge hat NRW ein Sonderprogramm mit einem Volumen von 72 Millionen Euro aufgelegt. Damit sollten vor allem Investitionen bei der Modernisierung von Kindertagesstätten, Jugendtreffs, Schulen und Sporteinrichtungen gefördert werden.

Dies kündigte NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) am Montag in Düsseldorf an. Ziel sei es, "ein besseres Zusammenleben im Quartier" zu ermöglichen.

Zudem können aus dem Programm laut Groschek auch "investitionsbegleitende Maßnahmen" wie das Quartiersmanagement oder die Organisation bürgerschaftlichen Engagements finanziell unterstützt werden. Denkbar sei etwa die Finanzierung von Integrationslotsen oder Quartiermanagern.

Stimmen: NRW-Bürgermeister zur Lage in ihrer Stadt FOTO: dpa, fg nic

Wegen der "dynamischen Entwicklung" bei der Zuwanderung werde das Städtebau-Sonderprogramm für die Kommunen "schnell, bürokratisch und flexibel" gehandhabt werden, versicherte Groschek. Die Projekte könnten von den jeweiligen Städten und Gemeinden bis zum Februar 2016 beim Bauministerium gemeldet werden. Danach werde eine interministerielle Jury aus Bau-, Integrations- und Familienexperten bis Ende März über den Förderzuschlag entscheiden.

Die Kommunen sollten die Möglichkeit erhalten, zusätzliche Betreuungseinrichtungen mit dem entsprechenden Personal für den Zuzug der Flüchtlinge zu schaffen. "Ich drücke hier ganz bewusst aufs Tempo, weil den Kommunen so schnell wie möglich geholfen werden muss", sagte Groschek.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr bisher rund 300.000 Asylsuchende aufgenommen. Der Zuzug von Flüchtlingen sei auch eine Chance für das bevölkerungsreichste Bundesland, "weil Vielfalt unsere Kultur und die Entwicklung von Städten und Gemeinden" beleben, betonte Groschek. Die Neubürger dürften nicht an die Ränder der Städte gedrängt werden. Mit der Flüchtlingsbewegung müsse es gelingen, neue Impulse für die Entwicklung unserer Städte, Gemeinden und Quartiere zu setzen. Dann würden Alt- und Neubürger davon profitieren.

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