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Flüchtlinge
NRW-Minister Jäger spricht von "Reisezentren" statt Transitzonen

Das ist Ralf Jäger
Das ist Ralf Jäger FOTO: dpa, mjh pzi
Düsseldorf. Im Koalitionsstreit um die Einrichtung von Transitzonen für Flüchtlinge gibt es nach Worten des NRW-Innenministers Ralf Jäger (SPD) eine "offensichtliche Einigung". Er sprach in einem Interview aber lieber von "Reisezentren" als von Transitzonen.

"Da ist jetzt unter dem Label der Transitzonen offensichtlich etwas miteinander vereinbart worden, was wenig damit zu tun hat, was ursprünglich Herr Seehofer gefordert hat." CSU-Chef Seehofer hatte jedoch bekräftigt: "Jetzt wird Punkt für Punkt umgesetzt, was wir zur Begrenzung des Flüchtlingszustroms für nötig halten".

Zugleich betonte Jäger, dass Nordrhein-Westfalen von den neuen Möglichkeiten des am Samstag in Kraft getretenen, verschärften Asylgesetzes Gebrauch machen und Abschiebungen nicht mehr ankündigen werde. Aber bei allen Problemen dürfe man die Menschlichkeit nicht aus dem Auge verlieren, betonte er. "Was wir in Nordrhein-Westfalen nicht tun werden, ist, in den frühen Morgenstunden plötzlich bei irgendeiner Familie aufzutauchen, die Kinder aus dem Bett zu zerren und dann eine Abschiebung durchzuführen."

Bei alleinreisenden Männern müsse man die Abschiebung nicht ankündigen. "Aber wenn es um Kinder geht, da ist bei uns eine Grenze, wo wir sagen, da hat Menschlichkeit und Augenmaß Vorrang", sagte Jäger. Geschätzt 80 bis 90 Prozent der abgelehnten Asylbewerber gingen freiwillig.

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(dpa/das)
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