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NRW
2600 neue Stellen für Unterricht von Flüchtlingskindern

Fotos: Deutschland heißt Flüchtlinge willkommen
Fotos: Deutschland heißt Flüchtlinge willkommen FOTO: dpa, shp hpl
Düsseldorf. Die Schulen in Nordrhein-Westfalen müssen immer mehr Flüchtlingskinder unterrichten. Sie sollen deshalb 2600 zusätzliche Stellen erhalten. Die Herausforderung sei zu meistern, versichert Schulministerin Löhrmann.

Angesichts der deutlich steigenden Zahl von Flüchtlingskindern will Nordrhein-Westfalen zusätzliche Lehrer für den Schulunterricht einstellen. "Wir werden in einem Nachtragshaushalt weitere 2600 Stellen schaffen", sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Freitag im WDR-Hörfunk. Zusätzliche Lehrkräfte an den Schulen seien notwendig, damit die Kinder "von Anfang an eine große Chance auf Integration haben".

Löhrmann rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlingskinder, die eine Schule in NRW besuchen werden, auf rund 40 000 steigt. "Das klingt dann erst mal ganz viel, aber im Verhältnis zu 2,5 Millionen Schülern, die in unseren Schulen sind, relativiert sich auch solch eine Zahl", sagte sie.

Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region FOTO: RPO, Laura Sandgathe

Flüchtlingskinder bis zum Alter von 18 Jahren unterliegen der Schulpflicht, sobald sie aus den Erstaufnahme-Einrichtungen oder Notunterkünften an die Kommunen weitergeleitet werden. Diese Pflicht gilt auch bei abgelehnten Asylanträgen.

Der NRW-Vorsitzende des Philologenverbandes, Peter Silbernagel, forderte einen Runden Tisch von Schulexperten. "Wir müssen neben zusätzlichen Lehrern auch Pensionäre zurück in die Schulen holen", sagte Silbernagel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Der Vorsitzende der Gewerkschaft VBE, Udo Beckmann, verlangte mit Blick auf die auch für die nächsten Jahre erwarteten hohen Flüchtlingszahlen eine nachhaltige Einstellungsstrategie. "Die Politik von der Hand in den Mund reicht nicht mehr." Es fehlten auch Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter.

900 Flüchtlinge kommen mit Sonderzügen in Düsseldorf an FOTO: Christoph Reichwein

Mit dem Nachtragshaushalt, den das Landeskabinett noch in diesem Monat beschließen will, müssen nach Angaben der Staatskanzlei für Flüchtlingsaufgaben insgesamt rund 700 Millionen Euro zusätzlich eingeplant werden. Die rot-grüne Landesregierung hält auch deshalb die vom Bund angekündigte Hilfe zur Versorgung der Flüchtlinge von drei Milliarden Euro für Länder und Kommunen ab 2016 für unzureichend. Von dem Geld würden rund 600 Millionen Euro auf NRW entfallen.

In der Nacht zu Freitag sind erneut mehrere Hundert Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen angekommen. Am Düsseldorfer Flughafen nahmen Helfer am frühen Morgen einen Sonderzug aus München mit rund 450 neu ankommenden Menschen in Empfang, wie die Feuerwehr mitteilte. Fünf von ihnen, darunter zwei Kinder, waren leicht erkrankt und kamen in ein Krankenhaus.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Um den Münchener Hauptbahnhof zu entlasten, werden ab Freitag täglich zwei Sonderzüge mit Flüchtlingen nach NRW fahren. Jeweils bis zu 500 Migranten kämen dadurch täglich nach Düsseldorf und Dortmund, hatte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern mitgeteilt. Möglicherweise könnten die Züge aus Österreich an München vorbei Richtung Norden geleitet werden.

(lnw)
 
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