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Düsseldorf
Flüchtlingsunterkünfte mit Hunderten Asylbewerbern überbelegt

So sah Duisburgs Zeltstadt für Asylbewerber aus
So sah Duisburgs Zeltstadt für Asylbewerber aus FOTO: dpa, fg kno
Düsseldorf. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat am Dienstag einen Bericht über die Flüchtlingsunterkünfte des Landes an den Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags übergeben. In den 14 Unterkünften des Landes herrscht bereits jetzt eine Überbelegung, Abhilfe sollen fünf weitere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen.

Laut Ralf Jäger leben in den 14 Unterkünften momentan 5134 Asylbewerber. Ausgelegt sind die Unterkünfte jedoch nur für 4835 Flüchtlinge. Das sind 399 mehr als eigentlich geplant. Daher müssen Ausweichunterkünfte eingerichtet werden, wie die auf dem Gelände des Polizei-Landesamtes in Schloss Holte-Stuckenbrock, wo 300 Flüchtlinge Platz finden.

Fünf neue Unterkünfte

Übersicht: So viele Flüchtlinge mussten Städte aufnehmen

Jäger kündigte an, dass die Zahl der Flüchtlingsunterkünfte an Rhein und Ruhr bis November von 14 auf 19 Einrichtungen erweitert werde. Neue Unterkünfte sind im westfälischen Borgentreich, Bad Driburg, Oerlinghausen sowie in Duisburg und im rheinischen Willich geplant. 1850 Asylsuchenden sollen hier unterkommen. Die bestehenden Unterkünfte sollen so ausgebaut werden, dass zusätzliche 620 Plätze entstehen.

Zuerst die Sprache - Ferienkurs für Zuwandererkinder FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd

Zeltstädte als letzte Lösung

Im kommenden Jahr sei eine neue Behausung mit 500 Plätzen auf dem ehemaligen Militärgelände in Mönchengladbach geplant. Zudem sollen die Erstaufnahme-Einrichtungen in Essen und Bielefeld um bis zu 750 Plätze erweitert werden. Die sogenannte "Zeltstadt" in Duisburg, die Flüchtlinge in Zelten auf einem Sportplatz unterbringen sollte, sorgte in den vergangenen Monaten für Diskussionen. Für Kritiker war diese Einrichtung das Symbol für eine verfehlte Planung in der Flüchtlingspolitik.

Im kommenden Jahr rechnet das Düsseldorfer Innenministerium nach Jägers Worten mit 40.000 bis 45.000 Flüchtlingen in NRW. Derzeit werden nach den Angaben des Ministers im bevölkerungsreichsten Bundesland monatlich zwischen 3.400 und 3.800 Asylanträge registriert. Grund für die steigende Anzahl von Anträgen sind  unter anderem die Bürgerkriege in Syrien und im Irak.

(KNA)
 
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