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Transitzonen
Ruhrbischof entschuldigt sich für KZ-Vergleich

Franz-Josef Overbeck entschuldigt sich für KZ-Vergleich
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck bei seiner Predigt am Karfreitag 2015 in Bottrop. FOTO: dpa, cas cul
Essen. Eine Äußerung von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck bei einer Diskussionsrunde mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel sorgt für heftige Kritik aus der Union. Overbeck hatte die von der Union geforderten Transitzonen für Flüchtlinge mit Konzentrationslagern verglichen. Jetzt entschuldigt er sich.

"Mir ist bewusst geworden, dass dieser unangemessene Vergleich viele Menschen verletzt. Hierfür bitte ich um Entschuldigung", erklärte der Essener Geistliche in einer Pressemitteilung am Mittwochabend. Seine Bemerkung vom Vortag war auf heftige Kritik gestoßen. Der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß forderte Overbeck auf, den Vergleich zurückzunehmen und sich zu entschuldigen.

"So etwas können wir uns auf keinen Fall erlauben"

Overbeck hatte im Kölner Domradio seine Wortwahl erläutert: "Die Art und Weise, wie Menschen dort behandelt und abgeschlossen werden, ließ mich - und auch andere Leute aus dem Ruhrgebiet - sofort daran denken, dass es so etwas sein könnte. Ich will nicht sagen, dass es so etwas ist. Ich wollte darauf hinweisen, dass wir uns so etwas auf keinen Fall erlauben können." Es dürften keine Mauern um Flüchtlinge errichtet werden. "Wenn wir solche Zonen einrichten, sind das wieder Mauern, die wir bauen."

Nach den Plänen der Union sollen in Transitzonen die Anträge von Asylbewerbern ohne große Bleibechancen in beschleunigten Verfahren bearbeitet werden. Abgelehnte Bewerber sollen direkt aus diesen Zonen in ihre Heimat zurückgeschickt werden.

Overbeck hat nach Angaben des Sprechers auch das SPD-Konzept der Einreisezentren abgelehnt. Der Bischof habe zudem vor "Zündeleien in den Parteipolitiken" gewarnt und gefordert, konsequent das bestehende deutsche Asylrecht anzuwenden.

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(lnw)
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