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Gronau in Westfalen
Uranfabrik lagert Atomfässer im Freien

Die lange Suche nach einem Atommüllendlager
Die lange Suche nach einem Atommüllendlager FOTO: dpa
Exklusiv | Berlin. Die Atomfirma Urenco will eine Halle für radioaktiven Müll erst 2015 errichten. Von Birgit Marschall

Auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau nahe der Grenze zu den Niederlanden lagern nach Auskunft der Bundesregierung aktuell 18 510 Tonnen kontaminiertes radioaktives Material unter freiem Himmel. Die Zahl der mit hochgiftigem Uranhexafluorid gefüllten Fässer ist damit in den vergangenen 18 Monaten erheblich gestiegen: Ende 2012 waren es erst 6700 Tonnen.

Eine Lagerhalle für das Material, das in stabileres Uranoxid umgewandelt werden soll, wollte der Anlagenbetreiber Urenco noch dieses Jahr errichten. Die deutsch-britisch-niederländische Atomfirma Urenco habe nun aber erklärt, "dass die Inbetriebnahme des Uranoxid-Lagers für das Jahr 2015 vorgesehen ist", heißt es in der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion, die unserer Redaktion vorliegt. Das Freilager sei jedoch genehmigt und habe eine Kapazität von maximal 38 100 Tonnen.

Uranhexafluorid ist eine Verbindung aus Fluor und Uranerz. Es wird zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke verwendet. Von der Urananreicherungsanlage in Gronau aus erhält etwa jedes zehnte Kernkraftwerk in der Welt die benötigten Brennstäbe. Von und nach Gronau finden zahlreiche Atomtransporte statt, die von der Öffentlichkeit bisher weitgehend übersehen wurden. Gronau ist vom Atomausstieg ausgenommen.

"Uranhexafluorid ist ein hochgefährlicher ätzender und radioaktiver Stoff. Die Behälter halten einem Feuer von 800 Grad nur maximal eine halbe Stunde stand", sagte Linken-Politiker Hubertus Zdebel. "Nach einer Freisetzung entsteht Flusssäure, die Lungen verätzt und sogar Glas zerfrisst. Todesfälle in vielen Hundert Metern Entfernung sind nicht ausgeschlossen."

Hintergrund: Die NRW-Atomanlagen FOTO: dapd
(mar)
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