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Initiative der NRW-Kliniken
Hygienische Standards für gute medizinische Versorgung

So gut sind die Kliniken im Rheinland
So gut sind die Kliniken im Rheinland
Düsseldorf. Vor gut sechs Wochen haben 350 Krankenhäuser in NRW ihre Kampagne zum Thema Hygiene gestartet. Während die Bilanz der Kliniken und der Gesundheitsministerin größtenteils positiv ausfällt gibt es auch Baustellen: Deutsche Pflegekräfte betreuen im Europa-Vergleich die meisten Patienten.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hält eine verbesserte Hygiene-Aufklärung in Nordrhein-Westfalens Krankenhäusern für unabdingbar. Dies trage zur Einhaltung hygienischer Standards bei, was Voraussetzung für eine gute medizinische Versorgung sei, erklärte Steffens am Dienstag in Düsseldorf. Zudem ließen sich durch Aufklärung Ängste vor Infektionen nehmen.

Zuvor hatte die Krankenhausgesellschaft (KGNW) eine positive Bilanz ihrer landesweiten Hygiene-Initiative gezogen, die vor sechs Wochen in 350 Krankenhäusern gestartet worden war. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte die Schirmherrschaft über die Aufklärungs-Kampagne übernommen. Seither werden Patienten und Besucher in Kliniken über Krankheitserreger, Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen informiert. Der Erfolg sei am zunehmenden Verbrauch von Desinfektionsmitteln in den Krankenhäusern feststellbar, erklärte KGNW-Präsident Jochen Brink.

So gefährlich sind Klinikkeime FOTO: dapd

Seit 2009 sind von den Krankenhäusern aufgrund von Blut- und Hirnwasseruntersuchungen in über 7.000 Fällen multiresistente Keime gemeldet worden. Im letzten Jahr waren landesweit bei 1.204 Patienten multiresistente Keime festgestellt worden. Diese Erreger seien "ein weltweites Problem", dem sich das medizinische Versorgungssystem in Deutschland stellen müsse, betonte Brink. Die NRW-Krankenhäuser unterlägen "höchsten Hygienestandards" und nähmen die Sorgen von verunsicherten Patienten sehr ernst.

Der Bonner Hygiene-Professor Martin Exner beklagte, dass es personelle und finanzielle Engpässe bei der Umsetzung wichtiger Hygiene-Richtlinien in den Krankenhäusern gebe. Eine deutsche Pflegekraft versorge im Schnitt 13 Patienten. Dies sei die schlechteste Quote in ganz Europa. Zudem werde das Isolieren von Risikopatienten erschwert, da durch den Investitionsstau zu wenig Ein- und Zweibettzimmer eingerichtet würden. Auch fehle in den Gesundheitsämtern das Personal für "nachhaltige Kontrollen". Exner verlangte eine Verankerung der Krankenhaus-Hygiene in das Medizinstudium. Dazu seien an den Hochschulen mehr Lehrstühle für Hygiene notwendig.

(KNA)
 
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