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"Wahlarena 2012" am Mittwochabend im WDR
Joachim Paul: Pirat im Blickpunkt

Joachim Paul - der Wissenschaftler unter den Piraten
Joachim Paul - der Wissenschaftler unter den Piraten FOTO: dpa, Caroline Seidel
Mönchengladbach. Zwei Tage nach dem TV-Duell von Hannelore Kraft und Norbert Röttgen erreicht der NRW-Wahlkampf am Mittwoch einen neuen Höhepunkt. In Mönchengladach treffen sich die Spitzenkandidaten der sechs größten Parteien zur TV-Elefantenrunde. Im Blickpunkt steht dabei auch Joachim Paul: Der Pirat muss deutlich machen, was seine Partei im Land ändern will.

Das erste TV-Duell zwischen Kraft und Röttgen ging mehr oder weniger unentschieden aus – wenn man den zahlreichen Kommentaren und Analysen der vergangenen 48 Stunden glauben darf. Der CDU-Herausforderer wirkte phasenweise sattelfester in Fachfragen, die SPD-Amtsinhaberin konterte meist souverän und füllte ihre Rolle als fürsorgliche Landesmutter gewohnt glaubwürdig aus.

Spitzenkandidaten von sechs Parteien

Am Mittwochabend haben beide Politiker noch einmal die Möglichkeit, sich vom politischen Gegner abzusetzen. Ab 20.15 Uhr diskutieren im Mönchengladbacher Kunstwerk die Spitzenkandidaten von SPD, CDU, FDP, Grünen, Linkspartei und Piraten in einer WDR-Live-Sendung 90 Minuten lang über den künftigen Kurs von NRW. 160 Zuschauer werden live im Studio dabei sein. Viele von ihnen werden in der Sendung ein neues Gesicht kennenlernen: Joachim Paul, den Spitzenkandidaten der Piraten.

Der 54-jährige Neusser ist Spitzenkandidat der Partei, über die Deutschland seit Monaten spricht. Die Erfolge der Piraten in Berlin und dem Saarland sowie der anhaltende Erfolg in Umfragen lässt die etablierten Parteien aufschrecken. Zwar gab es in einer aktuellen "Stern"-Erhebung einen leichten Dämpfer. Bei derzeit elf Prozent rechnen jedoch alle Beobachter fest damit, dass es die Partei in den Landtag schafft.

Haarkranz, dunkle Jacke, ruhige Stimme

Joachim Paul hat an diesem Mittwoch die Aufgabe, die politischen Inhalte seiner Partei zu erklären. Der promovierte Biophysiker und Medienpädagoge entspricht dabei so gar nicht dem Klischee eines jungen, hippen Internet-Piraten. Gewinnendes Lächeln, Haarkranz, dunkles Sakko, ruhige Stimme, perfekt ausformulierte Sätze: Joachim Paul ist ein ungewöhnlicher Pirat.

Das gesprochene Wort ist Pauls Stärke. Seine Arbeit als Wissenschaftler habe ihn in zahlreichen Referaten und Vorträgen geschult, sagt er. In Debatten hört er lange ruhig zu, dann setzt er zu seinen Erklärungen an. Zu den Piraten kam er im Jahr 2009. Sein Sohn habe ihn mit zu einem Piraten-Stammtisch genommen, erinnert sich Paul. Der Junior sei ein absoluter Computernerd. Heute glaubt auch Paul ganz fest: Das Internet ist das Werkzeug, mit dem künftig Politik gemacht wird.

90 Seiten Wahlprogramm

Bleibt die Frage nach dem Wahlprogramm. Die Piraten haben eines, 90 Seiten ist es lang und Paul kennt es dem Vernehmen nach beinahe auswändig. Antworten darf der Zuschauer heute Abend also durchaus erwarten. Und eine klare Ansage in Sachen Koalitionsaussage gibt es von Paul auch schon: Die Piraten werden sich vorerst an keiner Regierung beteiligen. Dafür sei es noch zu früh, die Partei werde sich nicht über den Tisch ziehen lassen.

Mehr Antworten von Paul heute Abend ab 20.15 Uhr im WDR und bei RP ONLINE im LIVE!-Ticker.

(dpa/dapd/RP/RPO/csi)
 
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