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Experten analysieren das TV-Duell
"Krafts Körpersprache macht sie zur Siegerin"

TV-Duell: die Körpersprache von Kraft und Röttgen
TV-Duell: die Körpersprache von Kraft und Röttgen FOTO: dpa, WDR, Herby Sachs
Köln. Wenn es nach zwei Experten für Körpersprache geht, dann hat das TV-Duell eine eindeutige Siegerin: Hannelore Kraft (SPD). Demnach wirkt die NRW-Ministerpräsidentin selbstsicher. CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen sende hingegen immer wieder schlechte Signale an die Zuschauer. Von Christian Spolders

Heftige Wortgefechte haben das einzige TV-Duell von Hannelore Kraft und Norbert Röttgen vor der NRW-Wahl geprägt. Die Kontrahenten streiten über Finanzen, Kinderbetreuung und Mindestlohn. Neben ihren Argumenten wirkt auch ihre Körpersprache auf die Zuschauer. 740.000 Zuschauer in NRW (Marktanteil von zwölf Prozent) verfolgten das gestrige Aufeinandertreffen zwischen Kraft und Röttgen. Bundesweit lag der Marktanteil bei 3,3 Prozent mit 870.000 Zuschauern.

Zwei Experten für Körpersprache haben für unsere Redaktion nach dem TV-Duell einen klaren Befund: Die Siegerin heißt Hannelore Kraft, so das Urteil von Stefan Verra und Jan Sentürk.

Gestik und Mimik - ein Debakel

"Sie gewinnt mit dramatischem Abstand", sagt der Österreicher Stefan Verra (39) zur Körpersprache von . Allein von der Gestik und Mimik sei der einstündige Auftritt für Norbert Röttgen (CDU) nahezu ein Debakel, wie auch der Sozialpädagoge und Gestikexperte Jan Sentürk (45) aus Kassel bestätigt. "Unabhängig von den Inhalten ist er deutlich weniger selbstsicher als sie."

Schlechte Signale an die Zuschauer

Bereits nach wenigen Minuten sehen die Experten, dass Röttgen immer wieder schlechte Signale an die Zuschauer sendet. "Er ist dramatisch überaktiv und total hektisch in seinen Bewegungen", sagt Verra. Er schwinge hin und her. Das vermittelt, dass "sein Hirn unentschlossen ist", wie Verra sagt. Sentürk ergänzt, dass Röttgen mit seinen Augen nach Bestätigung suche: "Er wirkt total unruhig."

Zudem lecke er sich immer wieder die Lippen – laut Sentürk ein klares Zeichen dafür, dass ihm nicht gefällt, was er gerade erlebt. "Er versucht damit unterbewusst, etwas von sich wegzustoßen."

Immer ein Lächeln

Kraft hingegen vermittele wesentlich mehr Selbstsicherheit. "Röttgen hat nicht einmal den Blickkontakt gesucht – was entweder dafür steht, dass er Kraft nicht respektiert, oder dass er unsicher ist", sagt Sentürk. Verra, der erst seit drei Monaten in Deutschland lebt und mit beiden Kandidaten vor dem TV-Duell noch wenig anfangen konnte, schätzt an Kraft, dass sie "immer ein leichtes Lächeln auf den Lippen gehabt hat". Im Gegensatz dazu wirke das Lächeln von Röttgen unehrlich.

Wie ein beleidigtes Kind

Auch in der Haltung gehe die Punktwertung klar an Kraft. "Sie steht breiter da und traut sich, Platz einzunehmen", sagt Verra. "Röttgen hingegen hat die Hände oft gefaltet und wirkt wie ein beleidigtes Kind, wenn er oder seine Partei von Kraft angegriffen wurden."

(RP/rm/pst)
 
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