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Aktuelle Umfrage
Lindner-Effekt: FDP in NRW bei fünf Prozent

Christian Lindner auf dem FDP-Parteitag
Christian Lindner auf dem FDP-Parteitag FOTO: dapd, Daniel Kopatsch
Düsseldorf. Mit Christian Lindner kehrt die FDP in NRW wieder zurück auf den Erfolgskurs. Erstmals seit Monaten sieht eine Umfrage die Liberalen wieder über der Fünf-Prozent-Hürde. Dies gab es seit Herbst 2011 nicht mehr.

Mit genau fünf Prozent würden die Liberalen derzeit den Einzug in den Landtag geradeso schaffen, ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus". Seit Herbst 2011 hatte die FDP in Wahlumfragen verschiedener Institute immer zwischen zwei und vier Prozent gelegen.

Auch in der neuen Umfrage - gut zwei Wochen vor der Landtagswahl am 13. Mai - liegt die SPD deutlich vor der CDU. Wenn schon an diesem Sonntag gewählt würde, könnten die Sozialdemokraten demnach mit 38 Prozent rechnen. Die Christdemokraten kämen auf 32 Prozent.

Die Grünen kommen in der Emnid-Umfrage nur noch auf 10 Prozent. Damit liegen sie deutlich unter ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl im Mai 2010, bei der sie 12,1 Prozent erreichten. Die Piratenpartei kommt in der neuen Umfrage auf 9 Prozent. Die Linkspartei sehen die Meinungsforscher bei 4 Prozent - und damit nicht mehr im Landesparlament.

Emnid hatte am 23. und 24. April für den "Focus" 1001 Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen befragt.

Woran die liberale Neugeburt festzumachen ist, liegt auf der Hand. Mit dem Zeitpunkt, zu dem in Düsseldorf überraschend Christian Lindner zum Spitzenkandidat gekürt wurde, kam die Wende. Der Lindner-Effekt – er greift tatsächlich. Als er Mitte März zurückkehrte auf die große Bühne, lag die FDP in der Wählergunst bei verschwindend mageren zwei Prozent. Tiefpunkt eines monatelangen Siechtums.

Innerhalb von noch nicht einmal sechs Wochen haben sich die Umfragewerte nun mehr als verdoppelt. Schon in den vorigen Wochen wurde Christian Lindner als Erwecker seiner Partei gefeiert. Sollte sich das gute Umfrageergebnis nun auch bei den Wahlen in Parlamentssitzen niederschlagen, geht an ihm endgültig kein Weg mehr vorbei.

Offenkundig ist Lindners Wahlkampfdevise beim Wähler auf fruchtbaren Boden gefallen. Er hat während er die Städte und Dörfer in NRW beackerte betont auf Seriösität gesetzt. Sein Mantra wiederholte er zuletzt noch in Interviews: "Es geht hier im Land nicht um Personen, sondern um Schuldenfreiheit, faire Chancen für das Gymnasium und eine vernünftige Industriepolitik", sagte Lindner der "Passauer Neuen Presse".

Lindner sagte, nach mehreren Entlastungsschritten wie dem höheren Kindergeld müsse jetzt Entschuldung Priorität haben. Erst wenn das jährliche Staatsdefizit ausgeglichen sei, könne man über neue Aufgaben für den Staat oder weitere Entlastungen sprechen.

(dpa)
 
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