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Förderprogramme in NRW
Muslime als Heimatbotschafter?

Förderprogramme in NRW: Muslime als Heimatbotschafter?
NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU). FOTO: dpa, fg
Meinung | Düsseldorf. NRW-Heimat-Ministerin Scharrenbach will ihre Förderung auch für Muslime öffnen. Viele Reaktionen fallen kritisch aus. Dabei ist der Vorschlag viel konstruktiver als die Debatte, die Horst Seehofer derzeit wieder führen will. Von Michael Bröcker

Man wundert sich schon ein wenig, wie lange über Horst Seehofers sprachwissenschaftlichen Exkurs unter dem Motto "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" diskutiert wird. Inhaltlich ist dazu eigentlich alles geschrieben. Zum Beispiel im Grundgesetz. Wie die hier lebenden Muslime gehört auch ihre Religion zu diesem Land. Religionsfreiheit gilt auch für Muslime.

Viel wichtiger ist, dass konkrete politische Lösungen für die Defizite bei der Integration gefunden werden. Der Innenminister sollte klären, wie Familien identifiziert werden, in denen Väter und Brüder ihre Töchter und Schwestern nach Scharia-Regeln "erziehen" wollen. Wie können Schulen auf Bedrohungen durch junge Muslime reagieren, die jüdische Kinder als "Ungläubige" verfolgen, wie in Berlin geschehen? Wie lässt sich die Finanzierung von Moscheen durch ausländische Staaten stoppen? Wie werden wir Imame los, die Fanatismus predigen, oder kriminelle Clans, die unsere Sozialsysteme ausnutzen? All das muss auf den Tisch.

Aber warum sollen nicht gleichzeitig auch Muslime, die den Rechtsstaat ehren und sich in Köln, Krefeld oder Kleve längst zu Hause fühlen, Heimatbotschafter werden wie Heino und Hannelore?

Quelle: RP
 
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