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NRW-Innenminister erhebt neue Vorwürfe
Ditib wirft Gülen-Anhänger aus Moscheen

Neue Vorwürfe in NRW: Ditib wirft Gülen-Anhänger aus Moscheen
Trotz der Vorwürfe will die NRW-Landesregierung an ihrer Haltung gegenüber Ditib unverändert festhalten. FOTO: ap, PK
Düsseldorf. Gegen den deutsch-türkischen Islam-Verband Ditib werden neue Vorwürfe laut. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zufolge liegen der Landesregierung Erkenntnisse vor, dass Vertreter des umstrittenen Islam-Verbandes in NRW-Moscheengemeinden gegen Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgehen. Von Kirsten Bialdiga

So habe der Imam der Ditib-Moschee in Iserlohn dazu aufgefordert, Anhänger der Gülen-Bewegung der türkischen Regierung zu melden, teilte Jäger am Montag dem Landtag mit. Im Oberbergischen etwa sei Gülen-Anhängern der Zutritt zum Freitagsgebet in Ditib-Moscheen verwehrt worden. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht in Gülen den Verantwortlichen für den Putsch vom Juli.

Trotz der Vorwürfe will die NRW-Landesregierung an ihrer Haltung gegenüber Ditib unverändert festhalten. "Wir haben keinerlei Hinweise, dass sich Ditib politisierend verhält", sagte eine Sprecherin von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Der Verband habe keinen Einfluss auf Lehrmittel oder -inhalte, sondern nur beratende Funktion.

In Hessen kündigte die schwarz-grüne Landesregierung jedoch an, per Gutachten zu klären, ob die Verbindungen von Ditib zur türkischen Regierung zu eng sind. Im NRW-Schulministerium hieß es dazu, ein Gutachten wie in Hessen sei nicht notwendig, weil dort – anders als in NRW – Ditib der einzige Kooperationspartner beim islamischen Religionsunterricht sei.

Ähnlich hatte sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) geäußert. Dagegen hat der Innenminister die Kooperation mit Ditib beim Präventionsprojekt "Wegweiser" für gewaltbereite Salafisten beendet. Ditib habe sich nicht ausreichend von einem Kinder-Comic distanziert, der den Märtyrertod verherrlichte.

Quelle: RP
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