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Landespartei im Umbruch
Neues Führungsquartett für die NRW-SPD

Neues Führungsquartett für die NRW-SPD
Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann soll die NRW-SPD künftig führen. FOTO: Tim Brakemeier
Düsseldorf. Nach der Niederlage bei der Landtagswahl befindet sich die NRW-SPD im personellen Umbruch. Allmählich wird klarer, wer Partei und Fraktion in Zukunft führen soll. Von Kirsten Bialdiga

Es ist der wichtigste Posten des wichtigsten Landesverbandes der SPD, aber ernsthaftes Interesse hatte offenbar erst einmal niemand. Als Michael Groschek ankündigte, nicht mehr als Landeschef der NRW-SPD zu kandidieren, habe sich kein Nachfolger aufgedrängt, heißt es in informierten Kreisen.

"Ein Landesvorsitzender muss ja zumindest in Erwägung ziehen können, eines Tages als Spitzenkandidat in die nächste Landtagswahl zu gehen", sagt ein Insider. Genau daran aber habe es gehapert. Stattdessen habe es gleich mehrere Interessenten für das Amt des Fraktionsvorsitzenden gegeben.

Mitten in der Erneuerung

Nach der historischen Wahlniederlage bei der Landtagswahl steckt die NRW-SPD mitten in einer Erneuerung, die auch vor der Führungsspitze nicht haltmacht. Jetzt kristallisieren sich vier Namen für die Spitzenpositionen heraus. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann neuer SPD-Landeschef werden. Der 40-Jährige, der einst in Brüssel als Assistent von Martin Schulz arbeitete, zähle zum progressiven Flügel. Er sei kein "Beton-Sozi", wie es einer aus der Partei formulierte.

Michael Groschek will nicht erneut als Chef der NRW-SPD antreten. FOTO: dpa, pil

In Berlin habe er sich als Verkehrspolitiker einen Namen gemacht und über den Bundesverkehrswegeplan zuletzt viel für NRW herausgeholt. Er stammt aus dem Wahlkreis Rhein-Sieg und damit aus dem SPD-Bezirk Mittelrhein. Die "Neue Westfälische" hatte über die Personalie zuerst berichtet.

Marc Herter könnte auf Norbert Römer folgen

Neuer Fraktionschef und damit Nachfolger von Norbert Römer soll nach Informationen unserer Redaktion Marc Herter werden, der bisherige parlamentarische Geschäftsführer. Er stammt wie sein Vorgänger aus dem mächtigen SPD-Bezirk Westliches Westfalen. Wäre der Kölner Martin Börschel hier zum Zuge gekommen, wäre der Bezirk Mittelrhein überproportional vertreten gewesen. Aussichtsreichste Kandidatin als Generalsekretärin ist Nadja Lüders. Der Name der Vorsitzenden des wichtigen Unterbezirks Dortmund kursiert schon seit Längerem. Vor allem die Frauen in der Partei hatten darauf gepocht, zumindest zwei der vier wichtigsten Positionen zu besetzen. Parlamentarische Geschäftsführerin soll Fraktionsvize Sarah Philipp werden. Auch sie war zuvor schon für verschiedene Posten gehandelt worden. Partei und Beteiligte wollten sich gestern nicht äußern.

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Über die Personalien, die dem Landesparteitag Ende Juni vorgeschlagen werden sollen, ist allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen. In der Partei regt sich Widerstand gegen die Art und Weise, wie diese Personalvorschläge zustande gekommen sind. Die Namen der Kandidaten seien schon bekannt, obwohl die dafür eigens gegründete Findungskommission bisher offiziell noch gar nicht getagt habe. "Das ist die alte Klüngelei", sagte ein hochrangiges Parteimitglied. Dabei habe die Führung versprochen, dieses Mal endlich in einem transparenten Verfahren über die Personalien zu entscheiden.

(kib)
 
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