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Barzahlung nur noch bis 3000 Euro?
NRW-Finanzminister: Käufe mit Bargeld beschränken

Die wichtigsten Fakten zum neuen Zehn-Euro-Schein
Die wichtigsten Fakten zum neuen Zehn-Euro-Schein FOTO: dpa, obe jhe wst
Düsseldorf. Für Käufe mit Bargeld sollte es nach Ansicht von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans künftig in Deutschland eine Obergrenze geben. Auf diese Weise könne das Waschen von Schwarzgeld eingedämmt werden, sagte der SPD-Politiker in Düsseldorf. Von Detlev Hüwel

Er verwies darauf, dass es in mehreren europäischen Staaten bereits ein solches Limit gebe, das zum Teil 1000 Euro betrage. Mit Rücksicht auf die "ausgeprägte Barzahlungs-Kultur" in Deutschland könne die Grenze bei 2000 oder 3000 Euro liegen.

Walter-Borjans kündigte an, mit seinen Kollegen aus Bund und Ländern darüber zu reden, um ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen. Die Frage, ab wann eine Bargeld-Grenze gelten könnte, sei noch offen, so der Minister. Ausdrücklich betonte er, dass es bei seinem Vorstoß keinesfalls darum gehe, das Bargeld abzuschaffen. Vielmehr gelte es, den Geschäften mit Schwarzgeld einen Riegel vorzuschieben. Als Beispiel erwähnte er den Kauf eines Luxusautos mit Geld aus schwarzen Kassen. "Schlechte Menschen zahlen bar", sagte der Minister unter Hinweis auf derartige Transaktionen. Er sei sicher, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) seinen Vorstoß nicht als "Quatsch" abtun werde. Schließlich sei die Debatte über das Eindämmen von Schwarzgeld ein altes Thema.

Der Finanzexperte der CDU-Landtagsfraktion, Marcus Optendrenk, sagte, eine Begrenzung des Barbetrages sei "zu kurz gesprungen". Es müsse den Bürgern überlassen bleiben, ob sie größere Beträge in bar bezahlten wollten. Auch die FDP lehnt eine Beschränkung ab. Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband zeigte sich dagegen offen für den Vorstoß.

(hüw)
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