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Landtagswahl NRW
Streit in der Partei zum AfD-Wahlkampfauftakt in Essen

NRW-AfD: Wahlkampfauftakt in Essen mit Frauke Petry und Jörg Meuthen
Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry, im Hintergrund der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen (Archivbild). FOTO: dpa, mkx fgj
Essen. Tief zerstritten, doch die Wahlen wollen sie gemeinsam gewinnen: Die beiden AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen kommen am Samstag in den Essener Norden, um im größten Landesverband für die Rechtspartei zu trommeln: Wahlkampfauftakt der NRW-AfD.

Trotz ihres tiefgreifenden Streits um die Ausrichtung der AfD wollen die Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und Frauke Petry am Samstag in Essen gemeinsam die heiße Wahlkampfphase der NRW-AfD eröffnen. Neben NRW-Spitzenkandidat Marcus Pretzell, dem Ehemann Petrys, will auch der frühere Essener SPD-Politiker Guido Reil zu AfD-Anhängern sprechen. Der Veranstaltungsort liegt in seinem Landtagswahlkreis. Zwei Gruppierungen wollen gegen die Veranstaltung demonstrieren. Nach Angaben eines Sprechers der NRW-AfD wollen Petry und Meuthen "auf jeden Fall" kommen.

Zuvor war allerdings der Streit zwischen Petry und Meuthen eskaliert. Petry hatte angekündigt, auf dem AfD-Bundesparteitag in Köln einen "Sachantrag" stellen zu wollen. Damit will sie eine Entscheidung über den künftigen Kurs der Partei erzwingen. Der Co-Vorsitzende Meuthen zweifelte daraufhin in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Führungsqualitäten Petrys an.

Streit um strategische Ausrichtung der AfD

Mit Blick auf Petrys "Sachantrag zur strategischen Ausrichtung der AfD" sagte er: "Diese Initiative geht so gar nicht. Wir müssen die Reihen schließen, nicht spalten. Wer das nicht versteht und akzeptiert, kann weder die Partei noch den Wahlkampf anführen." Die Einteilung in Realpolitiker und Fundamentalisten sei "konstruiert und keineswegs stimmig", sagte Meuthen in Richtung Petry.

Für den Antrag hatte sie am Donnerstag eine Website aufgesetzt. In dem Antrag zeigt sie zwei Wege für die AfD auf. Eine von ihr favorisierte "realpolitische Strategie" mit dem Ziel, die AfD mittelfristig koalitionsfähig zu machen - als Vorbild nennt sie die österreichische FPÖ. Und eine "fundamentaloppositionelle Strategie", die Raum lässt für "abseitige Meinungen und Standpunkte" auch "außerhalb des bürgerlichen Korridors".

Die AfD in Nordrhein-Westfalen lag in Umfragen zuletzt bei etwa zehn Prozent. Ihre Mitgliederzahl in NRW gibt die Partei mit mehr als 4500 an. Der Landesverband ist damit der größte in der AfD. Der neue Landtag wird am 14. Mai gewählt.

(lsa/lnw)
 
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