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Präventionsprojekt "Wegweiser"
NRW-Innenministerium beendet Kooperation mit Ditib

NRW-Innenminister Ralf Jäger beendet Kooperation mit der Ditib
NRW beendet die Zusammenarbeit mit der türkischen Organisation Ditib. FOTO: ap, PK
Exklusiv | Düsseldorf. Der Islamverband disqualifiziert sich beim Präventionsprojekt "Wegweiser". Damit steht auch seine Beteiligung am Schulunterricht auf der Kippe. Von Thomas Reisener

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat die Kooperation mit der umstrittenen türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) beendet. Die Organisation war Träger des Kölner Standortes von Jägers Präventionsprogramm "Wegweiser", mit dem Jugendliche vor dem Abdriften in den gewaltbereiten Salafismus geschützt werden sollen. Wie Jäger jetzt in der noch unveröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach erklärt, "wurde die Auflösung des Vertrages von beiden Vertragsparteien einvernehmlich vereinbart".

Rolle als Berater für den Schulunterricht steht in Frage

In Regierungskreisen heißt es, damit stehe nun auch die Rolle von Ditib als Berater von NRW-Schulen auf der Kippe. Ditib ist über einen Beirat an der Erarbeitung von Vorlagen für den Islamunterricht beteiligt. Seit der harten Antwort des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf den Putschversuch wird allerdings zunehmend das enge Verhältnis von Ditib und dem türkischen Staat problematisiert. Die Organisation gilt als verlängerter Arm Erdogans in Deutschland. Zuletzt hatte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) Bedenken am Status des größten islamischen Verbandes in Deutschland als Religionsgemeinschaft geäußert.

Ditib distanziert sich nicht von einem Comic

Jäger beendete die Kooperation nach der Affäre um einen Comic der türkischen Religionsbehörde Diyanet, in dem der Märtyrertod verherrlicht wird. Danach habe "das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW den Landesverband Ditib NRW zu einer Stellungnahme hierzu aufgefordert", so Jäger in seiner Erklärung. "In dieser Stellungnahme konnte keine für einen Träger des Präventionsprogramms ,Wegweiser' notwendige klare Neutralität bzw. ausreichende Distanz davon festgestellt werden", sagte Jäger weiter.

Dass eine Organisation, die sich aus Sicht der Landesregierung als Träger eines staatlichen Präventionsprogramms disqualifiziert hat, trotzdem weiterhin Einfluss auf den Schulunterricht haben darf, ist unwahrscheinlich.

Die Fortsetzung des "Wegweiser"-Programms in Köln ist jedoch nicht gefährdet. "Derzeit finden mit der Stadt Köln Gespräche statt, um die Beratungsarbeit so schnell wie möglich mit einem neuen Träger fortzuführen", so Jäger. Es werde angestrebt, "einen Wechsel des Trägers im Oktober durchzuführen".

Quelle: RP
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