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Mammut-Prozess
NRW-Justiz bekommt 42 neue Stellen für Loveparade-Prozess

Loveparade-Katastrophe wird doch vor Gericht verhandelt
Düsseldorf. Das Justizministerium will für den Prozess zur Loveparade-Katastrophe 42 zusätzliche Stellen schaffen. Die Kosten für die neuen Jobs sollen sich pro Jahr auf 1,7 Millionen Euro belaufen.

Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will einem Interview zufolge für die juristische Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe vor sieben Jahren in Duisburg 42 Planstellen schaffen. Das sagte der Justizminister der "Bild"-Zeitung. Zwei Stellen seien für Staatsanwälte geplant. Die weiteren Posten sind unter anderem für Mitarbeiter in den Geschäftsstellen und für Justizwachtmeister vorgesehen.

Die Kosten für die zusätzlichen Stellen belaufen sich laut Biesenbach auf 1,7 Millionen Euro im Jahr. Die neuen Mitarbeiter sollen nach Ende des Verfahrens auf andere freie Stellen in der NRW-Justiz wechseln, sagte ein Sprecher des Justizministeriums der Deutschen Presse Agentur.

Der Prozess beginnt am 8. Dezember. Wegen der vielen Verfahrensbeteiligten weicht das Duisburger Landgericht dafür ins Congress Center Düsseldorf aus. Die Strafkammer hat bereits 111 Verhandlungstage bis Ende 2018 angesetzt. Das Gericht steht unter Zeitdruck: Liegt bis zum 27. Juli 2020 kein erstinstanzliches Urteil vor, verjähren die vorgeworfenen Taten.

Der Unglücksort wird seit Jahren regelmäßig zur Gedenkstätte - so wie hier bei der Nacht der 1000 Lichter im Juli 2015. FOTO: Christoph Reichwein

Bei dem Technofestival waren am 24. Juli 2010 durch eine Massenpanik an einer Engstelle 21 Menschen ums Leben gekommen, mindestens 652 wurden verletzt. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters. Sie müssen sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

(juju/dpa)
 
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