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Beginn des neuen Schuljahres
In NRW sind 2140 Lehrerstellen unbesetzt

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer: Zum neuen Schuljahr sind 2140 Lehrerstellen unbesetzt
Yvonne Gebauer (Archivaufnahme). FOTO: dpa, ve sab
Düsseldorf. Immer noch herrscht Lehrermangel in Nordrhein-Westfalen: Zu Beginn des neuen Schuljahrs am kommenden Mittwoch werden viele Lehrerstellen unbesetzt sein.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte am Freitag in Düsseldorf, der Lehrermangel treffe vor allem Grundschulen, aber auch Förderschulen und Berufskollegs.

Von gut 5400 für das Schuljahr 2017/18 neu ausgeschriebenen Stellen seien rund 2140 noch nicht besetzt. Die Ministerin, erst seit einigen Wochen im Amt, kündigte kurz- und langfristige Schritte an, um die teilweise "dramatische" Situation bei der Lehrerversorgung zu verbessern. 

Die abgewählte rot-grüne Regierung habe "große und völlig ungelöste Aufgaben" hinterlassen. Das gelte auch für die Inklusion von Kindern mit Behinderung, die Integration von zugewanderten Schülern oder den viel kritisierten Unterrichtsausfall.

Inklusion soll auf Schwerpunktschulen konzentriert werden

Der gemeinsame Unterricht für behinderte und nichtbehinderte Kinder soll künftig vor allem auf Schwerpunkt-Schulen konzentriert werden. Angesichts der zunehmenden Akzeptanz-Probleme bei der schulischen Inklusion werde sie vom beginnenden Schuljahr an "eine Umsteuerung in die Wege leiten", kündigte Gebauer an. Künftig werde nicht mehr das Tempo, sondern die Qualität den inklusiven Unterricht bestimmen. Die rot-grüne Vorgängerregierung habe sich allein von einer hohen Inklusionsquote leiten lassen. Dabei seien Schüler und Lehrer oft überfordert worden.

Schwerpunktschulen für Inklusion sollen personell, finanziell und räumlich gegenüber allgemeinen Schulen besser ausgestattet werden, erklärte Gebauer. Dort würden zusätzlich Sonderpädagogen und Sozialarbeiter eingestellt. Zudem werde über eine günstigere Schüler-Lehrer-Relation nachgedacht. Zugleich werde die geplante Schließung von Förderschulen gestoppt und dazu die Mindestgrößenverordnung vorrübergehend ausgesetzt. In ländlichen Regionen könnten auch Förderklassen an Regelschulen eingerichtet werden, damit die Wahlfreiheit zwischen beiden Schultypen gewährleistet bleibe.

Die Ministerin versicherte, dass die schwarz-gelbe Landesregierung an dem vor vier Jahren in NRW eingeführten Rechtsanspruch auf einen Regelschulplatz für behinderte Kinder nicht rütteln werde. Der Grundgedanke der Inklusion sei richtig. In der Vergangenheit hätten sich landesweit aber zu viele Schulen beim inklusiven Unterricht auf den Weg gemacht, so Gebauer. Dies sei zweifelsohne in guter Absicht geschehen, leider aber mit unzureichenden personellen und finanziellen Mitteln. Deshalb sei eine Umsteuerung unumgänglich.

Die neue NRW-Landeregierung wolle eine Inklusion, die von allen Eltern, Lehrern und Schüler mitgetragen werde, sagte Gebauer. Voraussetzung dafür seien mehr Transparenz, mehr Lehrkräfte und mehr Unterricht. Deshalb werde zunächst eine Bestandsaufnahme erfolgen, an welchen Schulen mit wie vielen Lehrkräften der gemeinsame Unterricht erteilt werden kann. Diese Einrichtungen sollen ebenso in einer digitalen Landkarte erfasst werden wie die Förderschulen.

Zum Schuljahr 2017/2018 sind in NRW 75.675 gehandicapte Schüler an den landesweit 375 Förderschulen angemeldet. 51.185 behinderte Schüler werden inklusiv beschult. Dies entspricht einer Inklusionsquote von 43 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Schuljahr.

(felt/lnw/KNA)
 
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