| 09.41 Uhr

Pläne der Landesregierung
NRW will giftige Haustiere verbieten

Pläne der Landesregierung: NRW will giftige Haustiere verbieten
In Kerken wurde ein Mann durch den Biss einer Puffotter lebensgefährlich verletzt. FOTO: dpa
Exklusiv | Düsseldorf. Puffottern, Klapperschlangen, Kaimane - gefährliche Tiere werden immer wieder auch in NRW ausgesetzt. Das ruft jetzt die Landesregierung auf den Plan: Giftige Exoten sollen aus den Wohnungen verschwinden. Rot-Grün plant auch ein Melderegister für gefährliche Spinnen und Schlangen. Von Thomas Reisener

Eine Würgeschlange versteckt sich im Motorraum eines Bochumer Autos, ein 53-Jähriger wird in Kerken lebensgefährlich von seiner Puffotter verletzt: Beide Vorfälle sind nur wenige Tage alt und haben nun die Politik auf den Plan gerufen. Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) kündigt für kommenden Herbst Konsequenzen an: Die jüngsten Vorfälle zeigten, "wie notwendig eine gesetzliche Regelung ist. Giftige Exoten gehören nicht in die Wohnzimmer unseres dicht besiedelten Bundeslandes", sagte der Minister unserer Zeitung.

Einer Hochrechnung des Deutschen Tierschutzbundes zufolge wurden in den vergangenen Jahren bundesweit 3248 ausgesetzte oder entflohene Schlangen von Tierschutzvereinen aufgenommen - darunter 1521 Nattern, 191 Pythons und 107 Boas. Diese Schlangenarten können Menschen töten. Die Tierschützer können belegen, dass allein in NRW in diesem Zeitraum 173 Schlangen aufgegriffen wurden.

Python erwürgt Halter: Wenn Tiere Menschen gefährlich werden FOTO: AP

Auch das Umweltministerium hat zahlreiche Fälle dokumentiert. Im Juni konnte ein Duisburger nach einem Klapperschlangen-Biss nur gerettet werden, weil ein Polizeihubschrauber in München ein Gegengift abholte. Ein halbes Jahr vorher musste für einen anderen Duisburger ein Schlangen-Gegengift aus Hamburg besorgt werden. In Köln wurde vor wenigen Tagen ein 22-Jähriger von einer Texas-Klapperschlange gebissen. Im Januar fand ein Ehepaar drei Pythons in einem Hildener Bachlauf. Fast zeitgleich wurde eine Würgeschlange in Dortmund ausgesetzt.

Remmel: "Wir erleben immer mal wieder, dass ein Kaiman ausbüxt oder eine Kobra verschwindet. Wir wollen die Bürger vor solchen Gefahren schützen." Im Herbst soll der Landtag ein entsprechendes Gesetz verabschieden. Offenbar ist auch ein Melderegister geplant: "Wir wollen endlich einen Überblick haben, welche giftigen Tiere in NRW überhaupt gehalten werden", so Remmel. Die Piraten im NRW-Landtag haben ein derartiges Gesetz schon vor knapp einem Jahr gefordert.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Pläne der Landesregierung: NRW will giftige Haustiere verbieten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.