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NRW
Zwei neue Großzelte für 2000 Flüchtlinge

Flüchtlinge ziehen in Zelt-Lager in Baden-Württemberg
Flüchtlinge ziehen in Zelt-Lager in Baden-Württemberg FOTO: dpa, dm ink
Düsseldorf. In den bislang größten Zelten für Flüchtlinge und Asylsuchende will das Land NRW in den kommenden Wochen rund 2000 hilfesuchende Menschen unterbringen. Auf dem Gelände der Polizeiliegenschaften in Selm-Bork und Schloß Holte-Stukenbrock sollen je 1000 Flüchtlinge in zwei Zelten untergebracht werden.

Dies sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf. Weitere neue Standorte für Großunterkünfte sollen in Kürze folgen.

Köln macht seinen Stadtteilen unterdessen strenge Vorgaben: Nach einem neuen Notfallplan muss jeder der neun Bezirke zwei Turnhallen für Flüchtlinge vorhalten. "Wir werden die Hallen nicht alle auf einen Schlag mit Flüchtlingen belegen, aber wir wollen im Notfall kurzfristig auf die Hallen zugreifen können, damit Flüchtlinge nicht obdachlos werden", sagte der stellvertretende Leiter des Amtes für Wohnungswesen, Josef Ludwig. In jeder Halle könnten rund 200 Menschen untergebracht werden.

Zeltlager für Flüchtlinge in Dresden FOTO: dpa, abu fd

Das Land setze auf Hallen oder winterfeste "Zelthallen", sofern sich das anbiete, sagte Jäger. Diese seien beheizt und klimatisiert, außerdem hätten sie einen festen Boden.

Allein in der vergangenen Woche habe NRW rund 5700 Flüchtlinge aufgenommen. 2007 seien es im ganzen Jahr nur 5400 Flüchtlinge gewesen, sagte der Minister. Insgesamt seien zur Zeit 24 000 Menschen in Landeseinrichtungen untergebracht. Nach Angaben der zentral verantwortlichen Bezirksregierung in Arnsberg gibt es Zelte mit 1000 Plätzen für Flüchtlinge und Asylsuchende in NRW bislang nicht.

So sah Duisburgs Zeltstadt für Asylbewerber aus FOTO: dpa, fg kno

Wegen des hohen Organisationsaufwandes soll die hohe Zahl der kleinen Unterbringungseinheiten gesenkt werden. Neue Großunterkünfte wie die beiden Zelte sollen drohende Obdachlosigkeit verhindern. "Wenn die Menschen morgens kommen, müssen sie abends ein Dach über dem Kopf haben und eine warme Mahlzeit", sagte Innenminister Jäger erneut. In den Landesreinrichtungen werden die Flüchtlinge direkt nach ihrer Ankunft registriert und ärztlich untersucht. Erst einige Wochen später werden sie den Kommunen zugewiesen.

Nach mehreren Fällen unter anderem in Bonn räumte Jäger ein, dass es unter Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften auch Auseinandersetzungen gebe. "Aber gemessen an der Zahl von jetzt 90 000 Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl von Auseinandersetzungen sehr gering."

In Bonn hatte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Wochenende nach einem Streit zwischen zwei Männern in einem Flüchtlingsheim Schüsse auf den 23-jährigen Angreifer abgegeben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich bei den abgegebenen Schüssen um ein Körperverletzungsdelikt handelt. Der angeschossene Flüchtling war der Stadt vor dem Zwischenfall nicht mit außergewöhnlichem Verhalten aufgefallen. "Er war seit 2013 bei uns in zwei verschiedenen Einrichtungen und war uns bislang nicht auffällig geworden", sagte der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD).

Wie groß die Hilfsbereitschaft in NRW ist, den Flüchtlingen zu helfen, zeigen wir Ihnen hier. 

(lnw)
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