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Deppelt und Detmold?
Landtag berät über Plattdeutsch auf Ortsschildern

Plattdeutsch auf Ortsschildern: Landtag berät über Zulassung
Ortsschild Kevelaer (Symbolbild). FOTO: Evers
Düsseldorf. Hüörsel und Hörstel, Mönster und Münster: Ortsschilder auf Hochdeutsch und Platt sind in NRW bislang verboten. Der Landtag will an diesem Mittwoch nun über die Zulassung beraten.

Gemeinden in Nordrhein-Westfalen sollen künftig auf den Ortschildern ihren plattdeutschen Namen ergänzen dürfen. Das sieht ein gemeinsamer Antrag der Landtagsfraktionen von CDU und FDP vor. Das Landesparlament berät über die Zulassung solcher zweisprachiger Schilder. Die "Neue Westfälische" hatte zuvor über die Pläne berichtet.

Rund acht Millionen Menschen in Deutschland beherrschen nach Angaben der Antragssteller die niederdeutsche Sprache. "Vermehrt besteht vor Ort der Wunsch, diese kulturelle Vielfalt auch auf Ortseingangstafeln zu dokumentieren", heißt es in dem Papier. NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) hatte bereits im Oktober angekündigt, sich für zweisprachige Ortsschilder einsetzen zu wollen.

Platt für mehr Verbundenheit

Sprachforscher Georg Cornelissen vom LVR-Institut für Landeskunde in Bonn kann dem Vorhaben nur Gutes abgewinnen: "Wenn es darum geht, den Dialekt auf diese Art ins Bewusstsein zu rufen, ist das prima." Vielen Menschen in NRW liege die Sprache sehr am Herzen.

Die Mundarten im bevölkerungsreichsten Bundesland seien besonders vielfältig, erklärt der Experte. "NRW ist sprachlich nicht zu toppen." Der Dialekt in der Eifel etwa sei für Menschen in Lippe gar nicht zu verstehen. Außerdem seien die Dialekte eigenständige Sprachen. Sie besitzen eine eigene Grammatik und einen eigenen Wortschatz.

Plattdeutsche Bezeichnungen auf den Ortsschildern könnten deutlich zur Verbundenheit der Menschen mit ihrer Region beitragen, meint auch Ulrich Backmann von der Fachstelle für Niederdeutsche Sprachpflege beim Westfälischen Heimatbund. "Das ist ein Stück Identität für uns."

Unfallgefahr durch Unlesbarkeit?

Die frühere schwarz-gelbe Landesregierung und zuletzt auch die rot-grüne Regierung hatten zweisprachige Ortsschilder lange abgelehnt und argumentiert, dass solche Schilder für Autofahrer schwerer zu lesen seien. "Eine Einschränkung der Lesbarkeit oder eine Erhöhung der Unfallgefahr durch solche Schilder sind aus diesen Ländern nicht bekannt", heißt es nun im Antrag der Regierungsfraktionen.

Eine Entscheidung über die Zulassung ist nach Angaben des Landtags für den Mittwoch noch nicht geplant. Der Antrag müsse zunächst an den Hauptausschuss überwiesen werden. Ob es für die Zulassung der zweisprachigen Schilder auch ein neues Gesetz benötigt, müsste die Landesregierung nach einer Zustimmung des Hauptausschusses prüfen.

(lnw)
 
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