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Untersuchungsausschuss
Polizei musste Verdächtige an Silvester in Köln laufen lassen

Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln
Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln FOTO: dpa, obe kno
Düsseldorf. Die Bundespolizei hatte nach Darstellung des Bundespolizeipräsidenten Dieter Romann in der Kölner Silvesternach kaum Möglichkeiten, Straftäter festzunehmen. Teilweise hätten die Beamten Verdächtige stehenlassen müssen, um Opfern anderswo zu helfen.

"Die Abwehr unmittelbarer Gefahr hat Vorrang vor der Strafverfolgung", sagte Romann am Montag im Untersuchungsausschuss Silvesternacht des Düsseldorfer Landtags. Mit 67 Beamten habe die Bundespolizei Silvester 2015 bereits deutlich mehr Kräfte am Kölner Bahnhof eingesetzt als in den Jahren zuvor. Eine weitere Verstärkung sei nicht möglich gewesen, erklärte Romann. "Die haben gekämpft wie die tapfersten Krieger bis sechs Uhr morgens, hatten schockierendste Erlebnisse, fielen danach wie tot ins Bett. Es ist Neujahr, einige hatten vielleicht frei, Familie. Das muss sich erst mal setzen in den Köpfen."

Weiter sagte Romann, er habe "nicht feststellen können, dass vorsätzlich verschwiegen worden ist." Im Untersuchungsausschuss vor dem Düsseldorfer Landtag geht es unter anderem um die Frage, wer wann von den Vorkomnissen in der Kölner Silvesternacht wusste. Zum Jahreswechsel 2015/16 waren Hunderte Frauen überwiegend von Männergruppen aus dem nordafrikanisch-arabischen Raum eingekesselt, ausgeraubt, sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt worden.

Am Montag sollte auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zur Rolle der Bundespolizei in der Kölner Silvesternacht aussagen.

 

(lsa/dpa)
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